Globetrottertreffen 2017 bei Bayern-Kamele

Globetrottertreffen 2017 bei Bayern-Kamele

Globetrottertreffen bei Bayern-Kamele

Individualisten mit Abenteurergen treffen sich zum Talk von Traveller zu Traveller.

Samstagabend, 30. September. Es war bereits dunkel. Wir waren wohl so ziemlich die letzten Ankömmlinge dieses Abends beim Globetrottertreffen 2017. Ein großes Lagerfeuer knisterte. Es wurde gegrillt und in Kürze sollte der erste Vortrag der Veranstaltung starten. Bei der Anmeldung vermittelte uns ein kleiner Freudenschrei: Wir hatten gerade dafür gesorgt, dass die 100-Teilnehmer-Marke geknackt wurde.

Wir freuen uns, denn wir sind das erste Mal bei einem Globetrottertreffen dabei.

Ein Event im Event

Schon die Headline machte Kopfzerbrechen, denn quasi ist das hier ein Event im Event. Wir befinden uns hier bei den Bayern-Kamelen, einem Kamelhof südlich von München im idyllischen Mangfalltal. Schon allein über dieses einzigartige Ausflugsziel könnten wir allein einen Artikel schreiben. Kamelreiten für Kinder und orientalische Weihnachtsfeiern sind nur zwei Attraktionen aus dem vielfältigen Programm.

In diesem Rahmen inmitten von Kamelen fand nun schon zum zweiten Mal das schon über viele Jahre als Klaus-Därr-Treffen bekannte Globetrottertreffen statt. Im Kleinen geht es um den persönlichen Austausch von Traveller zu Traveller. Den großen Rahmen bietet der Kamelhof mit seinem stimmungsvollen Orientzelt.

Warum Klaus-Därr-Treffen?

Der Namensgeber der Veranstaltung hat mit seiner Frau Erika in fast 50 Jahren über100 Länder bereist, davon 89 mit einem 4x4. Die beiden organiseren das Globetrottertreffen mittlerweile nicht mehr, sind aber anwesend und geben gerne ihre Erfahrungen weiter.

Das Globetrottertreffen 2017

Mit unserem Landrover Discovery mit Dachzelt gehören wir zur kleinen Kategorie. „Habt ihr Allrad“ war die erste Frage. Nach einem weiteren Blick auf unsere Reifen meinte Konstantin dann: „Ok, ihr könnt oben auf die Wiese fahren.“ Wie wir später mitbekamen, gab es zwei Stellplätze, einen direkt am Kamelhof. Dort standen ein paar Camper und Wohnmobile ohne Allrad und z.B. auch Geländewagen mit Dachzelt oder Hubdach. Wir fuhren also auf die obere Wiese. Die Frage nach Allrad war berechtigt, denn diese war butterweich. Hier standen die großen Weltreisemobile aller Couleur. Und mit uns jetzt auch etwa drei Geländewagen mit Dachzelt.

Wenn ihr zu so einem Treffen fahrt, müsst ihr wissen, das ist kein Campingplatz. Man steht in der freien Natur, wie sonst auch, nur halt in einer großen Gruppe. Einziger Unterschied, es gibt auf jedem Platz eine Toilette. Für die Expeditionsreisemobile kein Problem. Die haben ja Küche und Bad an Bord. Für uns auch kein Problem. Wir haben Strom und Wasser und eine mobile Dusche dabei. Und gekocht wird draußen.

So handhaben es die allermeisten. Viele Feuerschalen vermitteln ein bisschen Marlboro-Feeling und ein intensiver Duft von Grillfleisch und Gewürzen locken sofort ein leichtes Hungergefühl hervor.

Bayern Kamele

Das Hungergefühl treibt uns zum Orientzelt. Ideal für Leute wie uns, die spät kommen. Es gibt Würstchen, Grillfleisch und Getränke. Auch ist es noch ein warmer Abend. Wir fühlen uns sofort wohl.

Wir haben die Gelegenheit, ein bisschen mit Konstantin zu plaudern, der mit seiner Frau Bianca den Kamelhof Bayern-Kamele betreibt. Bereits in zweiter Generation. Warnung an alle, die schon mit kleinen Kindern reisen. Ihr müsst damit rechnen, dass diese später sehr außergewöhnliche Ideen entwickeln. Denn Konstantin war schon frühzeitig mit seinen Eltern auf Reisen, hat seine Liebe zu Tieren entdeckt, ist ein absoluter Afrika-Narr und ist auch heute noch oft mit dem 4x4 unterwegs.

Was liegt dann näher, als nach dem Abi vollberuflicher Kameltreiber zu werden und später einen eigenen Kamelhof zu betreiben, der einzige in Bayern und der größte in Deutschland?

Kamele machen jedes Event zum Erlebnis

Die Tiere stammen aus Zentralasien, der Mongolei und West-China, bekommen ein Winterfell und sind somit Kälte gewöhnt. Auch einige Lamas, Alpakas, Esel und Ziegen gehören mittlerweile zum Hof.

Kinder lernen spielerisch den Umgang mit den Tieren. Kamelreiten im Mangfalltal wird für Jung und Alt zum unvergesslichen Erlebnis. Orientalische Firmenfeste und Weihnachtsfeiern gehören sicher zu den besonderen Highlights und sogar Teambuilding-Prozesse können auf dem Kamelhof durchgeführt werden. Selbst Film und Fernsehen wissen inzwischen die Geduld der Bayern-Kamele zu schätzen. 

 

 

Die schönste Nebensache beim Globetrottertreffen

Die Veranstalter meinten in ihrer Ankündigung, das Programm sei kein Bilderfestival für Lehnstuhlreisende und die Vorträge seien die schönste Nebensache des Festivals. Wenn sie damit meinten, dass alles ein wenig rustikal, unkompliziert und flexibel zugeht, so haben sie damit recht.

Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe

Wer von euch hat schon mal eine Multivisions-Diashow inmitten von Kamelen erlebt?

Die Kamele fressen genüsslich ihr Stroh. Nebendran sitzen oder stehen Leute, teilweise auf Bierbänken oder den selbst mitgebrachten Campingstühlen und lauschen einem Vortrag von Marcus Reckziegel:

Im Geländewagen durch Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe. Ein beeindruckender Erlebnisbericht. Wir sehen in wundervollen Fotos, wie nah man an die Tierwelt herankommen kann und erfahren, dass auch ein uralter Affenbrotbaum sterben kann.

Fazit: Wenn man Zeit hat und an schönen Plätzen einfach genießen und warten kann, hat man unvergessliche Erlebnisse.

Die Kamele geben ihren Kommentar dazu. Ist schon originell, auch wenn Sie jetzt nicht so ganz zu Südafrika passen.

Island 63°66‘N‘‘ – Live-Hommage an die größte Vulkaninsel der Erde

Könnt ihr euch vorstellen, dass Südtypen wie wir uns nach einem Vortrag über Island anschauen und beide sagen:

„ Da müssen wir hin?“

Das geht, wenn da vorne ein Referent steht, der mit gefühlvoller Moderation ein Kunstwerk präsentiert, dass einen einfach emotional vollkommen mitreißt. Was soll ich sagen, es war wirklich eine Hommage. Stefan Erdmann liebt mit ganzer Leidenschaft seinen Beruf. Er hat schon bei der Entstehung des Films im Kopf, wie es hinterher klingen muss. Als früherer Musiker hat er die Filmmusik extra komponieren lassen und zu mancher Aufführung bringt er sogar die Sängerin mit.

Den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 hat er so intensiv gefilmt, dass ich diese unbeschreiblichen Szenen immer noch vor Augen habe. Ich kann wirklich nur empfehlen, wenn ihr jemals in die Gelegenheit kommt, diesen Film sehen zu können, schaut ihn euch an oder bestellt euch hier die DVDs oder Blue Rays. Ich jedenfalls musste die im Anschluss sofort haben.

Es gab noch vieles mehr beim Klaus Därr-Treffen. Chicago Blues abends im Orientzelt oder auch ganz praktische Vorträge, z.B. über GPS-Anwendung auf der großen Reise oder das Thema „Reisen mit Kleinkindern“.

Insgesamt eine sehr runde Sache.

Und natürlich nicht zu vergessen, die sinnliche Vorführung vom Schlangenmann aus München, Raffael Stock. Das Orientbuffet am letzten Abend haben wir leider nicht miterlebt. Insider schwärmen jedenfalls davon.

Der Ursprungsgedanke des Globetrottertreffens.

Netzwerken und Erfahrungen austauschen

Jeder machte irgendwie seine Runde von Auto zu Auto. Wir hätten gar nicht gedacht, wie viele sich für unser Dachzelt interessierten. Auf so einem Treffen kommst du automatisch irgendwann wieder in die Ur-Diskussion.

Was ist auf lange Sicht das beste Fahrzeug für längere Reisen am Stück?

Vereinfacht gesagt, eine große, mittelgroße oder kleine Lösung? Mal unabhängig vom Geldbeutel ist es eine Philosophiefrage, wie du am liebsten reisen willst mit allen Pros und Contras und vielleicht auch eine Frage des Reiseziels. Übrigens vor nicht allzu langer Zeit gab es zu diesem Thema bei  Pistenkuh einen guten Artikel „Allrad LKW – Für und Wider“ mit 33 lesenswerten Kommentaren, wo diese Frage ausführlich diskutiert wurde.

Am Schluss nimmst du immer wieder neue Ideen mit. Wenn du denkst, dein eigenes Equipment ist langsam vollständig, weit gefehlt. Am Ende gibt es immer etwas, was du nach einem solchen Treffen unbedingt brauchst. Wir haben uns beispielsweise total in die 270 Grad Foxwing Markise von Rhinorack verliebt.

Globetrottertreffen – wertvolle Reiseerfahrungen und Tipps

Felibrina

Es geht uns ja nicht zum ersten Mal so, dass wir Kontakte, die sich über die sozialen Medien ergeben haben, auch persönlich treffen. Hier, auf dem Klaus-Därr-Treffen begegnen wir Sabrina Müller-Krohe.

Als Marokko-Fans sind wir natürlich schon länger vernetzt. Plötzlich stehst du dir gegenüber und kannst dich persönlich austauschen. Einfach genial.

Sabrina reist mit Kind und ist unter dem Namen Felibrina abgeleitet von Felicia und Sabrina auf Facebook und Instagram bekannt. Hier auf dem Globetrottertreffen gab sie gute Tipps zum Thema „Reisen mit Kind“. Aber auch als Expertin für Marokko ist sie sehr gefragt.

Klaus und Erika Därr

Wir haben uns sehr gefreut, diese Urgesteine der Abenteuerreisen persönlich kennenlernen zu dürfen.

Zitat Klaus Därr:

Das „Abenteuer mit Vollkaskoversicherung“ gibt es nicht. Für Globetrotter gilt es dennoch, spannende Reisen in abgelegene Gebiete zu unternehmen, auch wenn sie sich gelegentlich zum Abenteuer entwickeln.

In seinem Buch „Irgendwann erwischt’s dich dann“ beschreibt Klaus Därr 26 bemerkenswerte Episoden aus seinem Reiseleben.

Interessant ist hierbei wirklich der Ausdruck bemerkenswert als Klammer dafür, dass er alles erlebt hat von lustigen bis hin zu sehr gefährlichen Situationen. Auf Globetrottertreffen immer wieder erzählt wurde natürlich die Geschichte vom Überfall 1999 in Mauretanien bei einer geführten Tour. Keiner verletzt, aber 4 Geländewagen mit voller Ausrüstung waren weg.

In der Beschreibung zum Buch heißt es unter anderem:

„Heute sind Geländefahrzeuge riesiger Reichweite, sowie Mittel der Information, Navigation und Kommunikation auch den Zivilisten verfügbar. Wenn man sich ihrer bedient um „unbeschriebenes Neuland“ zu erleben, so gerät man leicht in Gegenden in die man nicht hingehört. Rückzugsgebiete von Rebellen und Banditen, Drogenanbaugebiete, Grenzgebiete, verminte ehemalige Kampfgebiete, Sperrgebiete oder kaum befahrbares Terrain sind den Landesbehörden oft bekannt, nicht aber dem Traveller.“

Klingt nach spannender Lektüre. Holt euch das Buch hier und taucht ein in Reiseabenteuer mit Nervenkitzel.

 

Drei Generationen der Familie Därr

Marokko – ein sicheres Reiseland.

Hier triffst du die Insider, die das Land intensiv kennen, schon sehr oft da waren und fasziniert von Marokkos Schönheit und Ursprünglichkeit dieses Landes immer wieder auf’s Neue gern bereisen.

Neben uns auf der Wiese stehen Torsten und Gerda mit ihrem Weltreisemobil.

Und was sind sie? Marokkokenner.

Sie laden uns auf ein Bier ein und erzählen uns von ihren Routen, die sie schon gefahren sind. Dagmar macht fleißig Kreuzchen auf der Landkarte.

Später brüten wir dann noch mit  Erika Därr über einer Marokkokarte. Eigentlich müsste man sagen, Erika ist die lebende Marokkokarte. Man stelle sich vor, Erika bereist Marokko mindestens einmal im Jahr und das seit 1971. Sie sprudelt die Highlights so schnell heraus, dass du ihr kaum folgen kannst.

Zum Glück gibt es da noch das „Buch“.

Erika Därr ist zusammen mit ihrer Tochter Astrid Därr Autorin des in der Reihe Reise Know How erschienenen Reiseführers Marokko. Viele tolle Tipps, Sehenswürdigkeiten, Touren, Pisten, Unterkünfte und Camps, die uns Erika in einem Wahnsinnstempo ans Herz legt, findest du Gott sei Dank da drin – im Buch, wie sie es liebevoll nennt. Wir verlassen dieses Gespräch mit einer langen Liste. Nur Seitenzahlen und ein paar Namen und mit dem Buch unter dem Arm, sodass wir alles nochmal nachvollziehen können. An dieser Stelle sagen wir dir nochmal ausdrücklich danke, liebe Erika. Unten findet ihr natürlich den Link zum Buch und weiteren Marokko-Reiseführern.

Und wir bedanken uns auch

bei allen, die uns inspiriert haben,

bei Sabrina sowie Torsten und Gerda für ihre hilfreichen Tipps zu Marokko,

bei Stefan Erdmann für diesen wunderbaren Film über Island

und bei Konstantin und Bianca Klages für den Charme dieser einzigartigen Location und die gute Organisation.

Wir kommen gerne wieder. 

 

Lucky Ways – Tipps:*

Lucky-Ways Tipp Reiseführer Marokko

 

Marokko, Astrid Därr, Erika Därr, 13. Auflage 2016

Südmarokko mit Marrakesch und Agadir, Astrid Därr, Erika Därr 7. Auflage 2015.

City Trip Marrakesch, Astrid Därr, Reihe Reise Know How, 7. Auflage 2017

City Trip Tanger-Asilah-Tetuan, Astrid Därr, Reihe Reise Know How, 1. Auflage 2014

 

Lucky Ways Tipp – Abenteuerreisen

 

Irgendwann erwischt’s dich dann! , Klaus Därr, 1. Auflage 2015.

 

Warst du auch schon einmal auf einem Globetrottertreffen?

Was waren deine Erfahrungen und Erlebnisse?

Sei so nett und schreib es unten in den Kommentar.

 

Lebe dein Abenteuer nach deinem Geschmack!

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