Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil 4

Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil 4

Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil 4

Unser Roadtrip ging durch ganz Italien.

Wir sind ja nicht die exakten Reiseplaner, sondern wir lassen uns eher treiben. Bleiben, wo es uns gefällt. Manchmal wird das schwierig, wenn du nur einen bestimmten Zeitrahmen hast. Ok, manchmal können wir auch den noch etwas ausdehnen. So war Sizilien für uns eine echte Herausforderung. Vor der Reise wussten wir noch nicht, dass wir mehr als die Hälfte unserer Reisezeit allein auf Sizilien verbringen würden.

Sizilien ist so groß und so schön, hat so viel Sehenswürdigkeiten. Und wenn du denkst, jetzt kann das wirklich nichts mehr toppen, stehst du schon vor dem nächsten Highlight. Das ist auch der Grund, warum allein aus diesem Teil unseres Roadtrips Italien vier Teile geworden sind.

Wir können überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wenn jemand sagt, er hätte Sizilien bereist in zwei Wochen Urlaub, von denen er noch viel Zeit in einer Ferienwohnung oder in einem Hotel verbracht hat. In etwa mehr als 3 Wochen konnten wir die Insel gerade einmal umrunden, mussten vieles auslassen und vom Landesinneren haben wir in der Zeit auch noch nichts gesehen. Unser Roadtrip verlief von Osten nach Westen.

In Sizilien, Teil 1 beschreibt unsere Tour von Messina direkt zum Ätna, unseren schönen Nachmittag in der Alcantara-Schlucht und unsere Zeit in Taormina und Syrakus mit seiner schönen Altstadt Ortigia.

In Sizilien, Teil 2 fanden wir ein anderes fotografisches Highlight, die Scala dei Turchi. Auf dieser Route liegen auch die antiken Tempel von Agrigent und Selinunt. Ein toller Strand in Ericlea Minoa lud zum Entspannen ein,  bevor wir dann weiter über Marsala nach Trapani im Westen reisten.

Weiter ging es in Sizilien, Teil 3 nach Erice, der antiken Stadt oberhalb von Trapani. Wenige Kilometer weiter findest du die wunderschöne Bucht von San Vito Lo Capo und den Zingaro Naturpark. Es lag nahe, dass hier sonnen, baden, wandern und ein bisschen Offroad fahren auf dem Programm standen.

In Sizilien, Teil 4 reisen wir durch den Norden der Insel.

Wir nehmen dich mit nach

Cefalu

Traumhafte Altstadt. Fotospot. Siziliens bestes Cassata und die Geschichte, warum ich dank eines sizilianischen Schusters nicht den Rest meiner Reise beim Essen stehen musste

Palermo

Die Inselhauptstadt strotzt so vor Burgen und Pallazzi, Kirchen und sakralen Bauten. Und trotz der kulturellen Highlights ging die Stadt nicht an uns heran

Messina

Wie die Italiener es schaffen, sämtliche kulinarischen Schweinereien in einem Laden zu präsentieren.

Für alle, die noch keinen der ersten drei Teile gelesen haben (unbedingt nachholen 😊):

Wir sind sehr individuell mit einem 4x4, einem Landrover Discovery mit Dachzelt on the road. Dabei fahren wir immer mal wieder kleine, schöne Offroad-Strecken, die du mit einem normalen PKW oder Camper vielleicht nicht unbedingt fahren willst. Wir sind auch soweit autark, dass wir einfach mal ein paar Tage irgendwo stehen bleiben können.

Dennoch denken wir, dass unsere Tipps auch für dich geeignet sind, wenn du individuell unterwegs bist und nicht an einen festen Standort wie eine Ferienwohnung, ein Hotel oder ein AirBnB gebunden bist. Wusstest du, dass es auf Sizilien viele Bed & Breakfast oder Unterkünfte in Agriturismo gibt, die du direkt vor Ort auch spontan für ein oder zwei Nächte buchen kannst?

Cefalú – eine Perle an Siziliens Küste.

So ein schöner Ort ist natürlich ein Touristenmagnet und in der Hauptsaison wahrscheinlich proppenvoll und eher nicht zu empfehlen. Aber jetzt im Mai ist die Menge an Touristen gut erträglich und man hat Spaß, durch den Ort zu schlendern.

Man hat auch keine Chance, irgendwo frei zu stehen. Den schönen Campingplatz mit Pool und eigenem Strand, übrigens unter deutscher Leitung, haben wir bereits in diesem Beitrag beschrieben.

Wo gibt es das beste cassata siciliana?

Cassata Siciliana – ein geniales Eis. Wenn man Glück hat und eine gute Eisdiele findet. Wir waren gleich zweimal in dieser glücklichen Lage. Zum einen natürlich hier auf Sizilien – wo sonst?

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Lucky Ways – Tipp:

Tipp 1:

Die Bar und Gelateria Antica Porta Terra in Cefalù.

Da waren wir gleich mehrmals, so lecker war das.

Und für alle die nicht so weit fahren wollen hier die Empfehlung für Norditalien. Während wir auf Einlass in die Arena zum Konzert von David Gilmour warteten, fanden wir diese tolle Eisdiele:

Tipp 2:

Gelateria Savoia dal 1939, Via Roma in Verona

 

Warum ich den Rest meiner Reise beim Essen nicht stehen musste

Bei unserem ersten Rundgang durch Cefalú ist er mir aufgefallen. Ein winzig kleiner Laden eines Schuhmachers. Es konnte gerade ein Kunde vor dem Tresen stehen, hinter dem er mit vielen Werkzeugen und Nähmaschine noch echte Handarbeit machte. Ich habe dieses kleine Geschäft nur so aus dem Augenwinkel wahrgenommen. Ein flüchtiger Blick nach links und so ein Gedanke wie „Oh das gibt es noch.“ Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wie bedeutsam es noch werden würde, dass mir dieser Mann aufgefallen war.

Dann passierte es. Tags drauf am Nachmittag auf dem Campingplatz. Das Espressomaschinchen brodelte. Ich setzte mich in den Campingstuhl. Geräuschvoll riss das Stuhlkissen auf einer Seite und im nächsten Moment hing ich regelrecht in den Seilen.

Lernerfahrung: Auch ein wirklich guter Campingstuhl kann kaputt gehen.

Wenn so etwas passiert, werde ich kreativ. Du hast ja für so einen Fall keinen Ersatz dabei und die Möglichkeit, einen vernünftigen neuen Stuhl zu kaufen hätten wir frühestens in Palermo, vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. So dachte ich nach, was ich tun könnte und plötzlich kam mir dieser Schuster in den Sinn. Ich dachte mir, wenn seine Maschine Leder näht, dann bestimmt auch den Stuhlbezug. Ob ich den wiederfinden würde?

Eine halbe Stunde später lief ein schwitzender deutscher Touri mit einem Campingstuhl unter dem Arm durch Cefalú und suchte einen Schuster, nicht einen, den Schuster. Ich hatte mir in Leo, Gott sei Dank gibt es ja so tolle Apps, extra das italienische Wort Calcolaio für Schuster herausgesucht, doch keiner der Einheimischen, die ich fragte, kannte ihn. So entschloss ich mich, den Weg durch Cefalú einfach genauso abzulaufen, wie ich ihn vom ersten Mal noch in Erinnerung hatte. Kurz nach 6 Uhr abends stand ich dann als einziger Kunde in seinem Laden.

 

Unterwegs hatte ich mir die ganze Zeit überlegt, wie ich ihm das Problem verständlich machen sollte, da begrüßt er mich im besten Ruhrpott-Slang: „Sie können deutsch mit mir sprechen“ und erzählt mir von den vielen Jahren, die er in Düsseldorf und Umgebung verbracht hat. Meinen gerissenen Stuhlbezug könne er grundsätzlich reparieren, aber nicht, solange dieser am Gestell befestigt ist. Dieser kleine Laden war wirklich gut ausgestattet, aber halt um Schuhe zu reparieren. Passendes Werkzeug für mein Problem hatte er nicht. Wie lange er noch da wäre? Etwa 20 Minuten.

Aber wisst ihr, wenn man schon glaubt, das wird nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. So oder ähnlich kannte ich den Spruch von meiner Oma. In Kurzform: Ich verließ den Schuster, bog um die nächste Ecke und kam an einem Hauseingang vorbei, in dem Handwerker arbeiteten. Eine deutschsprechende Italienerin übersetzte mein Anliegen. Sie hatten das passende Werkzeug, montierten in 3 Minuten den Bezug vom Gestell. 5 Minuten vor Ladenschluss war ich wieder beim Schuster und nach weiteren 5 Minuten war mein Bezug genäht, stabiler als vorher.

Zufrieden und lächelnd läuft ein deutscher Traveller mit einem Campingstuhl unter dem Arm durch Cefalú und sucht die beste Eisdiele für Cassata siciliana.

Ein Hoch auf die netten Sizilianer.

Kosten: 4 € und ein Eis.

Sehenswertes und Erlebenswertes in Cefalú

Nicht nur in der Toskana oder in Apulien sondern auch hier fiel uns auf, dass sich das Bild der Touri-Läden verändert. Du läufst ja erstmal etwas vorurteilsbehaftet durch die Gassen, bis dir auffällt, dass es in vielen Geschäften wirklich schöne Handwerkskunst gibt. Die Brüder Saia zum Beispiel machen in ihrem Keramik-Atelier von Hand dekorierte Objekte nach alter sizilianischer Tradition. Das werden wir noch in einem gesonderten Bericht porträtieren.

In Italien führen alle Wege nach Rom, in Cefalú führen alle Wege zum Dom.

Die Kathedrale Santissimo Salvatore, so heißt der Dom, gehört zum Bistum Cefalú, hat den Status einer Basilica und ist seit 2015 Weltkulturerbe. Sie ist zweifelsohne eine der schönsten Kathedralen der Welt. Früher war das wohl etwas unkomplizierter mit den Religionen. Die Normannen haben den Dom bauen lassen und gleichzeitig Künstler aus Konstantinopel geholt, die hier byzantinische Kunst verwirklichten.

Das Programm heißt also Kathedrale besichtigen und anschließend auf der Piazza Duomo abhängen, Espresso trinken, fotografieren, Leute gucken, den Tag genießen. Ein guter Plan, um den Nachmittag zu verbringen.

Dann kann man das immer besser werdende Licht bis zur blauen Stunde damit verbringen, die unzähligen Fotomotive zu verewigen und später in einer der Bars beim Stadtstrand den Abend mit einem Apero einläuten. Wir haben uns anschließend entschieden, in einem netten Restaurant mit Sitzplätzen direkt am Wasser den Abend abzurunden. (unbedingt im Laufe des Tages reservieren)

Der antike Waschplatz von Cefalù

Irgendwann beim Bummel durch die Stadt kommst du daran vorbei. Es geht ein paar Stufen nach unten und schon fühlst du dich ins Mittelalter zurückversetzt. Schön erhalten Siehst du ein paar Waschbecken mit abgeschrägten Steinen davor, auf denen früher die Wäsche gerubbelt wurde. Cefalù nutzte hier einen Bach, der unter den Häusern hindurch ins Meer fließt, als natürliche Wasserquelle. Und man kann sich ganz gut vorstellen, wo früher die Gespräche stattfinden. Sicher nicht im Wirtshaus.

Wir haben den Platz zweimal fotografiert und auf Instagram gezeigt. Einmal am Tag mit vielen Touristen und einmal in dieser schönen Abendstimmung. Letzteres war der Favorit und das zeigen wir euch hier. Alternativ könnt ihr aber auch in unseren Feed auf Instagram schauen.

Palermo polarisiert

Jeder sagt dir, Palermo musst du gesehen haben, wenn du auf Sizilien bist. Wahrscheinlich ist das auch so und „Jeder“ hat ganz bestimmt recht.

Der Wermutstropfen für euch und wahrscheinlich für uns selbst: Die Stadt ging irgendwie nicht an uns ran.

Fangen wir mal so an. Als Geländewagenfahrer mit Dachzelt brauchten wir zunächst einen Stellplatz. Es gibt nur die Möglichkeit, relativ weit außerhalb zu bleiben und mit öffentlichen Verkehrsmitteln reinzufahren, was dann viel Zeit kostet oder du nimmst den City-Stellplatz ca. 3 km vom Zentrum. Die Erfahrungen mit diesem Platz haben wir schon hier beschrieben.

 

 Einen Campingplatz am Stadtrand von Palermo – im Hintergrund zu sehen – haben wir nicht genommen. Die   Bahnverbindung wurde eingestellt und ein Bus braucht ca. 1,5 Std. ins Zentrum. Nächster Halt 1,5 km entfernt..

Nachdem wir uns zwischen zwei Wohnmobilen eingerichtet hatten, wollten wir in die Stadt zum Abendessen. Also erst mal duschen. Nachdem wir nacheinander aus der einzigen „grottigen“ Dusche kamen, war zumindest Dagmars Laune deutlich schlechter als vorher, um es nett auszudrücken.

Vielleicht reißt ja die gute Verkehrsanbindung des Platzes an die City das ganze wieder etwas heraus. Die Bushaltestelle war 20 m entfernt, wir mussten nur noch herausfinden, welche Linie und welche Richtung. Nach ungefähr 10 Minuten Studium der Fahrpläne kam dann die Erkenntnis: Ein Bus in die Hafengegend oder direkt ins Zentrum fährt nicht mehr.

Doch Sizilien ist immer für positive Überraschungen gut. Eine andere Buslinie hielt, eine Italienerin übersetzte und was jetzt schon wieder super cool war, der Fahrer bat uns herein und nahm nun extra für uns eine kleine Fahrplanabweichung in Kauf. Er fuhr uns – übrigens in ziemlichen Tempo – durch die Stadt und setzte uns in der Nähe des Hafens ab. Geld für ein Ticket lehnte der Busfahrer ab.

Wo erlebt man noch so etwas?

Auch dieser Busfahrer gehörte zu den vielen netten und hilfsbereiten Menschen, die wir besonders auf Sizilien und in Süditalien kennenlernen durften.

Wir bewegten uns Richtung Innenstadt und fanden auch ein ansprechendes Lokal. Was auf den ersten Blick ganz gut aussah, entpuppte sich dann doch ziemlich schnell als Standardessen Italienisch, das übliche Pizza – Pasta Programm, Durchschnitt einer Großstadt. Der Service war ein bisschen anonym und unverbindlich, der krasse Gegensatz zur schönen Beach Bar bei Trapani. Die Laune ging auch schon wieder Richtung Keller, denn wir waren inzwischen ziemlich unterzuckert und hatten nur noch Hunger.

Der Reisetag bewirkte dann doch, dass wir schnell müde wurden und wir machten uns auf den Heimweg. Ein Bus fuhr nicht mehr. 3 km Fußweg ergaben dann ungefähr folgendes Stimmungsbild des Abends:

Palermo außerhalb der Sehenswürdigkeiten ist nicht unbedingt schön.

Die Stadt hat ein Müllproblem. Rein olfaktorisch war der Rückweg wenig genießbar.

Die ganze Hafengegend wimmelte von Prostituierten, meist Afrikanerinnen, die direkt hinter einer Säule oder etwas versteckt in Hausecken ihr Geschäft betrieben.

Am nächsten Morgen war unsere Stimmung so im Keller, das wir auf eine Stadtbesichtigung verzichteten und beschlossen weiter zu reisen.

An diesem Tag zogen wir für uns ein kurzes Resumee:

Städte ab einer gewissen Größe sind nicht unbedingt etwas für unsere Reiseform im Geländewagen mit Dachzelt. Citystellplätze sind auf Wohnmobile ausgerichtet, für die es vollkommen in Ordnung ist, wie auf einem Parkplatz in Reihe und Glied zu stehen. Es gibt natürlich immer Ausnahmen. Z.B. in Dubrovnik oder auch in Vilnius gab es schön angelegte Plätze in grüner Umgebung und auch mit Rasenflächen. Das heißt, man muss sich vorher gut informieren und darf auch abends nicht zu spät dort sein. Auf Plätzen wie in Palermo hat ein Wohnmobil natürlich klar Vorteile, weil Toilette und Dusche bequem an Bord sind, während wir mit den meist mäßigen Sanitärs Vorlieb nehmen mussten. Hier kommt unsere Reisevariante eindeutig an ihre Grenze.

Es war natürlich dann unserer Stimmung geschuldet, dass wir ab einem bestimmten Punkt keine Lust mehr hatten. Wir haben beschlossen, Palermo nachzuholen, als City-Trip mit AirBnB in der Innenstadt, An- und Rückreise bequem per Flug.

Palermo – eine schöne Stadt für digitale Nomaden

Wer uns kennt, der weiß, wir sind kreativ genug, dass wir immer noch irgendetwas im Köcher haben. So ist es auch diesmal. Wir wollen unsere Reiseberichte über Sizilien nicht mit der Geschichte beenden, warum wir als launische Traveller eines der größten Highlights Siziliens nicht gesehen haben.

Deshalb kommt im Anschluss an diesen Artikel ein Gastartikel von unserer Blogger-Kollegin Barbara Riedel.

Sie schreibt auf Barbaralicious einen Reiseblog für digitale Nomaden. Barbara ist Halbitalienerin und vielleicht ahnt ihr es schon. Ihre Mutter stammt aus Palermo. Und ihr dürft mal raten: Für Barbara ist Palermo innerhalb Europas die schönste Stadt, in der man Leben und Arbeiten in Balance bringen kann. Wer könnte Palermo somit besser ins rechte Licht rücken, wenn nicht sie?

Messina  – hier endet der Traum

Sizilien hat noch so viel zu bieten, was wir alles nicht gesehen haben. Man denke nur allein an die liparischen Inseln mit dem Vulkan Stromboli, die man von Messina oder Milazzo bequem per Fähre erreichen könnte.

Doch für uns hieß es, jetzt Abschied zu nehmen, wenn wir noch nennenswerte Zeit im restlichen Italien verbringen wollten. Doch wenn ihr denkt, wir verlassen Sizilien ohne ein letztes Highlight, dann täuscht ihr euch. Eines haben wir noch:

Panificio Le Tre Sorelle

Wer denkt, das ist eine Bäckerei, weit gefehlt. Bei uns würde man vielleicht sagen Feinkostladen. In diesem Geschäft, das sich übersetzt die drei Schwestern nennt, findet ihr die ganzen kleinen Sauereien, die dazu führen, dass wir immer genug Sport machen müssen, um unsere Figur zu halten.

Um es in Worte zu fassen, das ganze Programm italienischer Spezialitäten, Schinken, Käse, Kaffee, Oliven, Pasta, Pasteten, Kuchen, Dolce und selbstverständlich auch Brot – ist ja schließlich ein Panificio – vereint in einem Geschäft. Aber besser zeigt es unser Video, mit dem wir uns aus Sizilien verabschieden:

 

 

 

Lucky Ways – Tipp:

Panificio Tre Sorelle

Viale Europa 1127120, Messina, Italien

Öffnungszeiten: 07:00–22:00

Telefon: +39 090 293 1003 

 

Im nächsten Artikel freut euch auf

Palermo – Die beste Stadt in Europa, um Arbeit und Vergnügen zu verbinden von Barbara Riedel

Und bei uns geht es dann weiter nach Kalabrien.

Vorheriger Artikel:

Einmal rund um Sizilien, Teil 3

 

Warst du auch schon einmal im Norden Siziliens unterwegs?

Was waren deine Erfahrungen und Erlebnisse?

Schreibe es unten in die Kommentare.

Lebe dein Abenteuer nach deinem Geschmack!

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Globetrottertreffen 2017 bei Bayern-Kamele

Globetrottertreffen 2017 bei Bayern-Kamele

Globetrottertreffen bei Bayern-Kamele

Individualisten mit Abenteurergen treffen sich zum Talk von Traveller zu Traveller.

Samstagabend, 30. September. Es war bereits dunkel. Wir waren wohl so ziemlich die letzten Ankömmlinge dieses Abends beim Globetrottertreffen 2017. Ein großes Lagerfeuer knisterte. Es wurde gegrillt und in Kürze sollte der erste Vortrag der Veranstaltung starten. Bei der Anmeldung vermittelte uns ein kleiner Freudenschrei: Wir hatten gerade dafür gesorgt, dass die 100-Teilnehmer-Marke geknackt wurde.

Wir freuen uns, denn wir sind das erste Mal bei einem Globetrottertreffen dabei.

Ein Event im Event

Schon die Headline machte Kopfzerbrechen, denn quasi ist das hier ein Event im Event. Wir befinden uns hier bei den Bayern-Kamelen, einem Kamelhof südlich von München im idyllischen Mangfalltal. Schon allein über dieses einzigartige Ausflugsziel könnten wir allein einen Artikel schreiben. Kamelreiten für Kinder und orientalische Weihnachtsfeiern sind nur zwei Attraktionen aus dem vielfältigen Programm.

In diesem Rahmen inmitten von Kamelen fand nun schon zum zweiten Mal das schon über viele Jahre als Klaus-Därr-Treffen bekannte Globetrottertreffen statt. Im Kleinen geht es um den persönlichen Austausch von Traveller zu Traveller. Den großen Rahmen bietet der Kamelhof mit seinem stimmungsvollen Orientzelt.

Warum Klaus-Därr-Treffen?

Der Namensgeber der Veranstaltung hat mit seiner Frau Erika in fast 50 Jahren über100 Länder bereist, davon 89 mit einem 4x4. Die beiden organiseren das Globetrottertreffen mittlerweile nicht mehr, sind aber anwesend und geben gerne ihre Erfahrungen weiter.

Das Globetrottertreffen 2017

Mit unserem Landrover Discovery mit Dachzelt gehören wir zur kleinen Kategorie. „Habt ihr Allrad“ war die erste Frage. Nach einem weiteren Blick auf unsere Reifen meinte Konstantin dann: „Ok, ihr könnt oben auf die Wiese fahren.“ Wie wir später mitbekamen, gab es zwei Stellplätze, einen direkt am Kamelhof. Dort standen ein paar Camper und Wohnmobile ohne Allrad und z.B. auch Geländewagen mit Dachzelt oder Hubdach. Wir fuhren also auf die obere Wiese. Die Frage nach Allrad war berechtigt, denn diese war butterweich. Hier standen die großen Weltreisemobile aller Couleur. Und mit uns jetzt auch etwa drei Geländewagen mit Dachzelt.

Wenn ihr zu so einem Treffen fahrt, müsst ihr wissen, das ist kein Campingplatz. Man steht in der freien Natur, wie sonst auch, nur halt in einer großen Gruppe. Einziger Unterschied, es gibt auf jedem Platz eine Toilette. Für die Expeditionsreisemobile kein Problem. Die haben ja Küche und Bad an Bord. Für uns auch kein Problem. Wir haben Strom und Wasser und eine mobile Dusche dabei. Und gekocht wird draußen.

So handhaben es die allermeisten. Viele Feuerschalen vermitteln ein bisschen Marlboro-Feeling und ein intensiver Duft von Grillfleisch und Gewürzen locken sofort ein leichtes Hungergefühl hervor.

Bayern Kamele

Das Hungergefühl treibt uns zum Orientzelt. Ideal für Leute wie uns, die spät kommen. Es gibt Würstchen, Grillfleisch und Getränke. Auch ist es noch ein warmer Abend. Wir fühlen uns sofort wohl.

Wir haben die Gelegenheit, ein bisschen mit Konstantin zu plaudern, der mit seiner Frau Bianca den Kamelhof Bayern-Kamele betreibt. Bereits in zweiter Generation. Warnung an alle, die schon mit kleinen Kindern reisen. Ihr müsst damit rechnen, dass diese später sehr außergewöhnliche Ideen entwickeln. Denn Konstantin war schon frühzeitig mit seinen Eltern auf Reisen, hat seine Liebe zu Tieren entdeckt, ist ein absoluter Afrika-Narr und ist auch heute noch oft mit dem 4x4 unterwegs.

Was liegt dann näher, als nach dem Abi vollberuflicher Kameltreiber zu werden und später einen eigenen Kamelhof zu betreiben, der einzige in Bayern und der größte in Deutschland?

Kamele machen jedes Event zum Erlebnis

Die Tiere stammen aus Zentralasien, der Mongolei und West-China, bekommen ein Winterfell und sind somit Kälte gewöhnt. Auch einige Lamas, Alpakas, Esel und Ziegen gehören mittlerweile zum Hof.

Kinder lernen spielerisch den Umgang mit den Tieren. Kamelreiten im Mangfalltal wird für Jung und Alt zum unvergesslichen Erlebnis. Orientalische Firmenfeste und Weihnachtsfeiern gehören sicher zu den besonderen Highlights und sogar Teambuilding-Prozesse können auf dem Kamelhof durchgeführt werden. Selbst Film und Fernsehen wissen inzwischen die Geduld der Bayern-Kamele zu schätzen. 

 

 

Die schönste Nebensache beim Globetrottertreffen

Die Veranstalter meinten in ihrer Ankündigung, das Programm sei kein Bilderfestival für Lehnstuhlreisende und die Vorträge seien die schönste Nebensache des Festivals. Wenn sie damit meinten, dass alles ein wenig rustikal, unkompliziert und flexibel zugeht, so haben sie damit recht.

Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe

Wer von euch hat schon mal eine Multivisions-Diashow inmitten von Kamelen erlebt?

Die Kamele fressen genüsslich ihr Stroh. Nebendran sitzen oder stehen Leute, teilweise auf Bierbänken oder den selbst mitgebrachten Campingstühlen und lauschen einem Vortrag von Marcus Reckziegel:

Im Geländewagen durch Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe. Ein beeindruckender Erlebnisbericht. Wir sehen in wundervollen Fotos, wie nah man an die Tierwelt herankommen kann und erfahren, dass auch ein uralter Affenbrotbaum sterben kann.

Fazit: Wenn man Zeit hat und an schönen Plätzen einfach genießen und warten kann, hat man unvergessliche Erlebnisse.

Die Kamele geben ihren Kommentar dazu. Ist schon originell, auch wenn Sie jetzt nicht so ganz zu Südafrika passen.

Island 63°66‘N‘‘ – Live-Hommage an die größte Vulkaninsel der Erde

Könnt ihr euch vorstellen, dass Südtypen wie wir uns nach einem Vortrag über Island anschauen und beide sagen:

„ Da müssen wir hin?“

Das geht, wenn da vorne ein Referent steht, der mit gefühlvoller Moderation ein Kunstwerk präsentiert, dass einen einfach emotional vollkommen mitreißt. Was soll ich sagen, es war wirklich eine Hommage. Stefan Erdmann liebt mit ganzer Leidenschaft seinen Beruf. Er hat schon bei der Entstehung des Films im Kopf, wie es hinterher klingen muss. Als früherer Musiker hat er die Filmmusik extra komponieren lassen und zu mancher Aufführung bringt er sogar die Sängerin mit.

Den Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull 2010 hat er so intensiv gefilmt, dass ich diese unbeschreiblichen Szenen immer noch vor Augen habe. Ich kann wirklich nur empfehlen, wenn ihr jemals in die Gelegenheit kommt, diesen Film sehen zu können, schaut ihn euch an oder bestellt euch hier die DVDs oder Blue Rays. Ich jedenfalls musste die im Anschluss sofort haben.

Es gab noch vieles mehr beim Klaus Därr-Treffen. Chicago Blues abends im Orientzelt oder auch ganz praktische Vorträge, z.B. über GPS-Anwendung auf der großen Reise oder das Thema „Reisen mit Kleinkindern“.

Insgesamt eine sehr runde Sache.

Und natürlich nicht zu vergessen, die sinnliche Vorführung vom Schlangenmann aus München, Raffael Stock. Das Orientbuffet am letzten Abend haben wir leider nicht miterlebt. Insider schwärmen jedenfalls davon.

Der Ursprungsgedanke des Globetrottertreffens.

Netzwerken und Erfahrungen austauschen

Jeder machte irgendwie seine Runde von Auto zu Auto. Wir hätten gar nicht gedacht, wie viele sich für unser Dachzelt interessierten. Auf so einem Treffen kommst du automatisch irgendwann wieder in die Ur-Diskussion.

Was ist auf lange Sicht das beste Fahrzeug für längere Reisen am Stück?

Vereinfacht gesagt, eine große, mittelgroße oder kleine Lösung? Mal unabhängig vom Geldbeutel ist es eine Philosophiefrage, wie du am liebsten reisen willst mit allen Pros und Contras und vielleicht auch eine Frage des Reiseziels. Übrigens vor nicht allzu langer Zeit gab es zu diesem Thema bei  Pistenkuh einen guten Artikel „Allrad LKW – Für und Wider“ mit 33 lesenswerten Kommentaren, wo diese Frage ausführlich diskutiert wurde.

Am Schluss nimmst du immer wieder neue Ideen mit. Wenn du denkst, dein eigenes Equipment ist langsam vollständig, weit gefehlt. Am Ende gibt es immer etwas, was du nach einem solchen Treffen unbedingt brauchst. Wir haben uns beispielsweise total in die 270 Grad Foxwing Markise von Rhinorack verliebt.

Globetrottertreffen – wertvolle Reiseerfahrungen und Tipps

Felibrina

Es geht uns ja nicht zum ersten Mal so, dass wir Kontakte, die sich über die sozialen Medien ergeben haben, auch persönlich treffen. Hier, auf dem Klaus-Därr-Treffen begegnen wir Sabrina Müller-Krohe.

Als Marokko-Fans sind wir natürlich schon länger vernetzt. Plötzlich stehst du dir gegenüber und kannst dich persönlich austauschen. Einfach genial.

Sabrina reist mit Kind und ist unter dem Namen Felibrina abgeleitet von Felicia und Sabrina auf Facebook und Instagram bekannt. Hier auf dem Globetrottertreffen gab sie gute Tipps zum Thema „Reisen mit Kind“. Aber auch als Expertin für Marokko ist sie sehr gefragt.

Klaus und Erika Därr

Wir haben uns sehr gefreut, diese Urgesteine der Abenteuerreisen persönlich kennenlernen zu dürfen.

Zitat Klaus Därr:

Das „Abenteuer mit Vollkaskoversicherung“ gibt es nicht. Für Globetrotter gilt es dennoch, spannende Reisen in abgelegene Gebiete zu unternehmen, auch wenn sie sich gelegentlich zum Abenteuer entwickeln.

In seinem Buch „Irgendwann erwischt’s dich dann“ beschreibt Klaus Därr 26 bemerkenswerte Episoden aus seinem Reiseleben.

Interessant ist hierbei wirklich der Ausdruck bemerkenswert als Klammer dafür, dass er alles erlebt hat von lustigen bis hin zu sehr gefährlichen Situationen. Auf Globetrottertreffen immer wieder erzählt wurde natürlich die Geschichte vom Überfall 1999 in Mauretanien bei einer geführten Tour. Keiner verletzt, aber 4 Geländewagen mit voller Ausrüstung waren weg.

In der Beschreibung zum Buch heißt es unter anderem:

„Heute sind Geländefahrzeuge riesiger Reichweite, sowie Mittel der Information, Navigation und Kommunikation auch den Zivilisten verfügbar. Wenn man sich ihrer bedient um „unbeschriebenes Neuland“ zu erleben, so gerät man leicht in Gegenden in die man nicht hingehört. Rückzugsgebiete von Rebellen und Banditen, Drogenanbaugebiete, Grenzgebiete, verminte ehemalige Kampfgebiete, Sperrgebiete oder kaum befahrbares Terrain sind den Landesbehörden oft bekannt, nicht aber dem Traveller.“

Klingt nach spannender Lektüre. Holt euch das Buch hier und taucht ein in Reiseabenteuer mit Nervenkitzel.

 

Drei Generationen der Familie Därr

Marokko – ein sicheres Reiseland.

Hier triffst du die Insider, die das Land intensiv kennen, schon sehr oft da waren und fasziniert von Marokkos Schönheit und Ursprünglichkeit dieses Landes immer wieder auf’s Neue gern bereisen.

Neben uns auf der Wiese stehen Torsten und Gerda mit ihrem Weltreisemobil.

Und was sind sie? Marokkokenner.

Sie laden uns auf ein Bier ein und erzählen uns von ihren Routen, die sie schon gefahren sind. Dagmar macht fleißig Kreuzchen auf der Landkarte.

Später brüten wir dann noch mit  Erika Därr über einer Marokkokarte. Eigentlich müsste man sagen, Erika ist die lebende Marokkokarte. Man stelle sich vor, Erika bereist Marokko mindestens einmal im Jahr und das seit 1971. Sie sprudelt die Highlights so schnell heraus, dass du ihr kaum folgen kannst.

Zum Glück gibt es da noch das „Buch“.

Erika Därr ist zusammen mit ihrer Tochter Astrid Därr Autorin des in der Reihe Reise Know How erschienenen Reiseführers Marokko. Viele tolle Tipps, Sehenswürdigkeiten, Touren, Pisten, Unterkünfte und Camps, die uns Erika in einem Wahnsinnstempo ans Herz legt, findest du Gott sei Dank da drin – im Buch, wie sie es liebevoll nennt. Wir verlassen dieses Gespräch mit einer langen Liste. Nur Seitenzahlen und ein paar Namen und mit dem Buch unter dem Arm, sodass wir alles nochmal nachvollziehen können. An dieser Stelle sagen wir dir nochmal ausdrücklich danke, liebe Erika. Unten findet ihr natürlich den Link zum Buch und weiteren Marokko-Reiseführern.

Und wir bedanken uns auch

bei allen, die uns inspiriert haben,

bei Sabrina sowie Torsten und Gerda für ihre hilfreichen Tipps zu Marokko,

bei Stefan Erdmann für diesen wunderbaren Film über Island

und bei Konstantin und Bianca Klages für den Charme dieser einzigartigen Location und die gute Organisation.

Wir kommen gerne wieder. 

 

Lucky Ways – Tipps:*

Lucky-Ways Tipp Reiseführer Marokko

 

Marokko, Astrid Därr, Erika Därr, 13. Auflage 2016

Südmarokko mit Marrakesch und Agadir, Astrid Därr, Erika Därr 7. Auflage 2015.

City Trip Marrakesch, Astrid Därr, Reihe Reise Know How, 7. Auflage 2017

City Trip Tanger-Asilah-Tetuan, Astrid Därr, Reihe Reise Know How, 1. Auflage 2014

 

Lucky Ways Tipp – Abenteuerreisen

 

Irgendwann erwischt’s dich dann! , Klaus Därr, 1. Auflage 2015.

 

Warst du auch schon einmal auf einem Globetrottertreffen?

Was waren deine Erfahrungen und Erlebnisse?

Sei so nett und schreib es unten in den Kommentar.

 

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Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil 3

Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil 3

Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil3

Unser Roadtrip Italien geht weiter.

Sizilien ist so groß, dass wir allein diesen Teil unseres Roadtrips Italien in vier Teile aufgeteilt haben.

In Sizilien, Teil 1 sind wir von der Fähre in Messina direkt zum Ätna gefahren. Anschließend haben wir die Alcantara-Schlucht besucht, italienisch Gole Alcantara, – ein Highlight für alle Fotografen. Taormina und natürlich Syrakus mit seiner schönen Altstadt Ortigia waren die Schwerpunkte dieser Woche.

Sizilien, Teil 2 ist nicht weniger unspektakulär. Die Scala dei Turchi waren ein anderes fotografisches Highlight. Wir haben euch mitgenommen zu den Tempeln von Selinunt und euch einen wunderschönen Strand in Ericlea Minoa gezeigt, bevor es dann weiter über Marsala nach Trapani im Westen ging.

Wir bekamen schon erste sehr schöne Rückmeldungen:

„Ich bin gerade auf Sizilien und eure Artikel und Tipps sind sehr hilfreich.“

Vielen vielen Dank dafür. Bei anderen konnten wir ein bisschen Fernweh erzeugen und Sizilien in den Fokus rücken. Wenn uns das auch mit Rund um Sizilien, Teil 3  gelingt, sind wir mehr als zufrieden.

Wer sollte jetzt weiterlesen?

Für uns ist wichtig, dass wir individuell reisen können, deshalb sind wir mit einem 4x4, einem Landrover Discovery mit Dachzelt on the road. Wir sind vollkommen autark und können uns treiben lassen. Und zwischendrin fahren wir auch gerne immer mal wieder kleine, schöne Offroad-Strecken. Hier findet ihr etwas über unsere Stellplätze.

Doch wir denken, dass unsere Tipps auch für andere Individualreisende geeignet sind. Einmal für diejenigen, die keinen festen Standort haben wie eine Ferienwohnung, ein Hotel oder ein AirBnB, sondern stattdessen vor Ort buchen, z.B. eines der vielen Bed & Breakfast, die wir gesehen haben.

Zum anderen, für alle, die zelten, campen oder ein Wohnmobil fahren und auch die, die mobil mit einem Leihwagen über die Insel cruisen. Oder sich einfach nur inspirieren lassen wollen.

Was erwartet dich in Sizilien, Teil 3 – der Norden?

Erice 
Raus aus Trapani, den Berg hoch und Eintauchen in die frühere Hochburg der Mafia. Und ihr könnt dabei sein, wie Dagmar mit einem Tenor einen italienischen Evergreen singt.

San Vito Lo Capo
Eine Landschaft wie im Bilderbuch mit den schönsten Buchten und Stränden Siziliens.

Das Naturreservat Zingaro
Warum man im Zingaro Naturpark nicht nur wunderschön wandern kann, sondern auch offroad auf seine Kosten kommt.

Erice – Antike Stadt auf dem gleichnamigen Berg

Den Monte Erice habt ihr auf einem Foto in Teil 2 schon gesehen. Vom Stadtstrand in Trapani hat man einen guten Blick auf den nur 12 km entfernten Berg. Umgekehrt gibt es einen spektakulären Blick von oben über Trapani und sein Umland bis rüber zu den ägädischen Inseln.

 

Lucky Ways – Exkurs:

Die ägädischen Inseln – nicht zu verwechseln mit den ägäischen Inseln – bestehen aus den drei Hauptinseln Favignana, Levanzo und Marettimo, einige weitere kleinere Inseln dieser Gruppe lassen wir mal weg. 

Und glaubt uns, wenn ihr mal auf Instagram auf die vielen schönen Fotos von Levanzo oder Favignana achtet, dann wisst ihr, dass man schon alleine dort drei Wochen Urlaub machen könnte.

Sizilien ist einfach ein Fass ohne Boden an Schönheit und Sehenswertem.

 

Was ist an Erice so sehenswert?

Eine fast komplett erhaltene mittelalterliche Stadt verzaubert mit dem Charme vergangener Zeiten, Burgen, Gärten, alte Stadttore und viele geheimnisvolle verwinkelte Gassen. Wo sonst könnte sich ein Mafioso besser verstecken als hier? Über den inhaftierten Top-Geldwäscher der Cosa Nostra hatte ich schon kurz hier berichtet.

Die Mafia.

Eines vorweg. Es gibt sie nach wie vor.

Statistiken zufolge zahlen immer noch 80% der Restaurants in Palermo Schutzgeld. Doch wenn ihr glaubt, ihr seht irgendetwas auf Sizilien, das nach Mafia aussieht, weit gefehlt. Die Chance ist gleich Null. Und Szenen, wie ihr sie aus „der Pate“ kennt, sind lange Vergangenheit. Solltet ihr mal ein paar dunkle Typen mit Sonnenbrillen neben einem dicken Auto sehen, dann sind das in der Regel Bodyguards irgendwelcher wichtiger Leute, aber keine Mafiosi.

Dagmar war ganz entsetzt, dass ich so offen über die Mafia spreche. Mittlerweile ist es sogar erwünscht, offen mit dem Thema umzugehen. Die Offenheit nahm ihren Anfang 2004. Ein paar junge Leute wollten in Palermo ein Restaurant eröffnen, allerdings hatten sie keine Lust auch Schutzgeld zu bezahlen. So fingen sie an, sich gegen den „pizzo“ zu wehren. So nennt man in Sizilien diesen kleinen Betrag, den die Mafia für den sogenannten Schutz fordert. In ihrer Wut waren sie eine ganze Nacht aktiv und pflasterten Palermo regelrecht zu mit einem Aufkleber, dessen Inhalt die Sizilianer in ihrer Seele traf:

„Ein ganzes Volk, das Schutzgeld zahlt, ist ein Volk ohne Würde“

Das war die Geburtsstunde der Antischutzgeld-Initiative „Addiopizzo“. Die heute teilnehmenden Geschäfte erkennt man oft an einem Aufkleber. Ziel der Initiative ist es, dass die gesamte Lieferkette frei von Schutzgeldzahlungen ist.

Wenn ihr sicher gehen wollt, dass kein Cent eurer Urlaubskasse in die Taschen der Mafia fließt, könnt ihr euch hier den Addiopizzo-Stadtplan für Palermo  in deutsch und in englisch downloaden.

Wie kommt man denn nun am besten nach Erice?

Man kann von Trapani aus die Seilbahn nehmen (Stadtteil Casa Santa-Erice).

Für einen Geländewagen mit Dachzelt bieten sich da aber eher die kleinen Serpentinen an, die als weiße Straße auf der Michelin-Karte eingezeichnet sind. Allerdings ist diese kleine Straße im Zentrum Trapanis nicht ausgeschildert. Wir fahren also einfach nach Kompass bis wir sie gefunden haben.

Und wirklich: Die Mühe wird mit immer neuen grandiosen Aussichten auf die Küste, das Landesinnere und die ägädischen Inseln belohnt. Wir sind so überwältigt, dass wir an einem der Aussichtspunkte ein Picknick und natürlich ein paar schöne Fotos machen.

 Erice ist Mittelalter pur

Gegenüber dem, was wir bislang auf der Reise erlebt haben, ist oben in der Stadt richtig was los.

Man kommt zu den üblichen Parkplätzen, wo auch Reisebusse stehen, mit Parkscheinautomat, der Nachmittag kostet schon mal schlappe 6 € Parkgebühren. Und der Bus mit Japanern war natürlich auch schon da. Aber keine Angst, es verläuft sich, denn Erice ist wirklich nicht klein. Am Stadttor verkaufen dir smarte gut Englisch sprechende Jungs Tickets für eine kleine Tour, 2 Std. und eine große Tour > 4 Stunden durch die Stadt. Diese beinhalten alle Eintritte in Burgen und Museen der jeweiligen Tour und einen Stadtplan mit Informationen. Wir zahlten zu zweit 20 € für die kleine Tour.

Und an dieser Stelle müssen wir sagen, was wir dafür zu sehen bekamen, hat sich nicht gelohnt. Kurz gesagt:

Ein paar leere Räume in der Burg und unspektakuläre Ausstellungsstücke im Museum. Das ist natürlich unser subjektiver Eindruck. Wie ihr der Karte oben entnehmen könnt, gibt es schon viel zu sehen. Die Frage muss natürlich jeder für sich klären, ob man wirklich überall rein muss?

Künftig würden wir es vorziehen, einfach nur gemütlich durch die Stadt zu laufen. Da treffen wir dann z.B. einen Straßenmusiker. Ja ich würde sagen, der Tenor hat Dagmar so fasziniert, dass die beiden einen kleinen gemeinsamen Auftritt hinlegten. Aber seht selbst:

 

und habt ihr gesehen, von wegen die Alten singen sowas, nein die Gruppe war 20 bis 30 🙂

San Vito lo Capo

Eine Stunde gemütliche Fahrt und wir sind wieder am Meer. Pünktlich zum Sonnenuntergang genießen wir erstmal ein Glas Rosé und stimmen uns auf diesen traumhaften Platz ein, den wir gerade gefunden haben. In der wunderschönen Baia di Santa Margherita können wir direkt am Meer stehen. Vor uns ist die Küste etwas felsig, doch weiter rechts gibt es auch den tollen Sandstrand, der auf vielen Fotos zu sehen ist. Hier bleiben wir ein paar Tage, relaxen und arbeiten bei bestem Internet ein paar Projekte ab.

 

Die Italiener tolerieren Camper in der Bucht.

Ich würde sogar sagen, sie mögen sogar diese Art der Traveller.

Denn wir werden auch noch gut versorgt. Der erste Kleinwagen, der bei uns hält, hat eine kleine Bäckerei im Kofferraum. Herzhaftes Pane, frische Croissants, alles da. Und kaum sitzen wir beim Frühstück, kommt der Fischhändler vorbei und präsentiert fangfrische Garnelen und allerbesten Schwertfisch.

Wir haben sofort das Bild des heutigen Abends vor Augen. Lecker gegrillten Schwertfisch, einen gekühlten Weißwein aus der Region und einen Sunset wie aus dem Bilderbuch. Das ist dolce Vita auf Sizilien. Und es überkommt uns so ein zufriedenes Gefühl, überhaupt nicht mehr weg zu wollen.

Der Zingaro-Naturpark – ein großartiges Wandergebiet

Nicht nur das tiefblaue Wasser der Bucht, nein auch die Landschaft drumherum fasziniert und ist irgendwie ganz untypisch für Italien. Das Gebiet um San Vito lo Capo nennt sich das Riserva naturale orientata dello Zingaro. Die rauen Dolomitenkalkfelsen, die das Reservat bilden, verlaufen von der Halbinsel Capo San Vito in Richtung Golfo di Castellammare. 

 

Lucky Ways – Tipp:

Es gibt zwei Eingänge zum Naturpark:

 

Vom Norden her erreicht man den Naturpark, indem man von San Vito lo Capo der Beschilderung  „Villaggio Calampiso – Riserva Zingaro“ folgt.

 

Der südliche Eingang liegt nördlich von Scopello bei der Cala di Mazzo di Sciacca. Es gibt einen Parkplatz hinter der Tonnara di Scopello, der alten Thunfischfabrik.

 

Der Eintritt kostet 2 € pro Person.

 

Nachdem du pro Person 2 € Eintritt bezahlt hast, kannst du in einfacher Richtung etwa 7 km wandern. Dich erwarten anspruchsvolle Höhenwege über teilweise felsigen Untergrund oder alternativ ein moderaterer mittlerer oder unterer Weg. Am Weg liegen grandiose Buchten mit türkisblauem Wasser und weißem Sandstrand. Viele sagen, das seien die schönsten Strände Siziliens. Es lohnt sich also, die Schnorchelausrüstung dabei zu haben.

Allein die Aussicht ist den Eintritt wert. Der Zeitbedarf für die Wanderung liegt bei 4-5 Stunden. Die Temperatur beträgt bis zu 30 Grad manchmal schon Ende Mai.

Gute Wanderschuhe, ausreichend Trinkwasser, Sonnenschutz – auch in Form einer Kopfbedeckung –

und ein gutes Weitwinkelobjektiv  – sind ein Must.

Weitere Informationen

Offroad im Zingaro Naturpark

Geht das?

Ja das geht.

Wir wollten mal wieder so eine kleine weiße Straße auf der Michelinkarte fahren, die uns über die Halbinsel nach Scopello bringen sollte. Es dauerte, bis wir die überhaupt gefunden hatten.

Und dann hieß es, Durchfahrt verboten. Wegen Steinschlags.

Abenteuer heißt ja immer, ein bisschen Risiko muss sein. Also fahren wir trotzdem rein. Es ist zunächst eine normale geteerte Straße und ja, es gab hier und da ein wenig Steinschlag. Wer schon mal in Albanien war, der grinst sich jetzt einen, denn die Albaner hätten deswegen nie eine Straße gesperrt.

Dann kam das nächste Schild: Sackgasse.
Gemeint war allerdings, Straße endet, die Offroadpiste beginnt.

Ab jetzt hatten wir unseren Spaß. Wir waren allein, hatten grandiose Aussichten und schönste Natur. Einige km weiter kamen wir dann zurück in die Zivilisation. Auf dem Weg lag auch noch eine Quelle mit bestem Trinkwasser, sodass wir obendrein noch unsere Wasservorräte erneuern konnten.

 

Wir orientierten uns wieder in Richtung Küstenstraße. So oft auf diesem Roadtrip dachten wir:

„Wow, das kann jetzt so schnell nichts mehr toppen“

Kaum ausgesprochen, war dieser Gedanke schon wieder Geschichte.

Unser Platz den wir für unsere Siesta am Mittag fanden, ist so ein Beispiel. Wir schwärmten noch von dieser schönen Offroadstrecke mit grandioser Natur und diesen fantastischen Aussichten bei strahlend blauem Himmel, da führte uns ein leichtes Hungergefühl direkt zu dieser traumhaften Bucht zwischen Scopello und Castellammare di Golfo. Schon auf Instagram löste dieses Foto viel Zustimmung aus:

Ein perfekter Tag.

Cefalú, Palermo und Messina

Eigentlich sollte es nur drei Teile des Roadtrip Italien zu Sizilien geben. Doch wir haben so viel zu erzählen, dass es nun noch einen vierten Teil geben wird.

Freut euch im nächsten Artikel

Roadtrip Italien – Einmal rund um Sizilien, Teil 4

auf Cefalú, Palermo und Messina bevor wir dann die Insel verlassen

 

Warst du auch schon einmal im Westen Siziliens unterwegs?

Was waren deine Erfahrungen und Erlebnisse?

Seid so nett und schreibt es unten in die Kommentare.

Vorheriger Artikel: Roadtrip italien – Einmal rund um Sizilien, Teil 2

Lebe dein Abenteuer nach deinem Geschmack!

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Wie schön ist es doch, Sizilien in einem Geländewagen mit Dachzelt zu erkunden. Vollkommen unabhängig dahin cruisen, manchmal ein bisschen offroad, und sich einfach treiben lassen können. Von einem Highlight zum anderen bei strahlend blauem Himmel.

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