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Die Tour:

Ettenheim – Filmersbach-Tal – Wallburg – Münchweier – Ettenheimmünster – Dörlinbacher Grund – Streitberg – Pflingsteck – Schönvasen – Hühnersedel – Wanderheim Kreuzmoos

Länge: 22 km

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Wir sind dann mal weg!

Aufstehen, 6.30 Uhr. In knapp 2 Std. wollen wir los. Die Rucksäcke sind gepackt, lediglich ein bisschen Proviant muss noch mit hinein. Das Wetter meint es gut mit uns, es ist sonnig, 14 Grad.

Nach dem Frühstück geht’s auch gleich los. Uli baut im Vorgarten bereits das Stativ auf, um unser erstes gemeinsames Wanderfoto zu schießen. Der Nachbar fragt, wohin, denn der Marsch ginge, nachdem er unsere großen Rucksäcke gesehen hat. Zum Bodensee, antwortet Uli lakonisch. Was, zu Fuß, den ganzen Weg? kommt die ungläubige Rückfrage.

Bei strahlendem Sonnenschein laufen wir nach rechts, den Hügel hinauf, Richtung Wallburg. Unsere Hauswalkingstrecke, an Rieggers Fischteichen im Filmersbachtal vorbei, wo die Reiher elegant über die Teiche schweben. An der Friedenskapelle geht’s ein Stückchen bergan, wir können von hier aus noch einen schönen, letzten Blick auf die Ettenheimer Barockkirche werfen.

Im Waldkindergarten ist bereits der Teufel los, die Kleinen sind munter am spielen und wir laufen beschwingt weiter über Münchweier nach Ettenheimmünster. Oberhalb der Pfarrkirche St. Landolin machen wir eine erste Rast, die Sonne scheint zu schön und wir genießen den Blick über das Münstertal.

Es ist seltsam, den Weg zu gehen, den wir schon viel Male gegangen sind und zu wissen, dass wir immer weiter laufen. Immer Richtung Osten.Unsere schweren Rucksäcke drücken ganz schön, Uli hat 20 Kilo plus 3 Kilo Kameraausrüstung. Ich, dank Pistazien, Streich und Müsliriegel auch knapp 20 Kilo. Und so kommen wir recht langsam voran, aber das hatten wir vorausgesehen. Deshalb haben wir unsere Touren auch mit maximal 20 Tageskilometer geplant, eher weniger.

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Mittagspause im Dörlinbacher Grund am Wasserwerk

Wir marschieren durch den Dörlinbacher Grund, ein Mann vor seinem Haus grüßt freundlich und fragt interessiert, wohin wir gingen. Entlang des Dörlinbaches geht’s nun zum Wasserwerk, dort wollen wir die Mittagspause machen. Die Sonne steht bereits hoch, es ist sehr warm und wir genießen das frische Quellwasser, das dort sprudelt. Ich muss mich frisch machen, den Füßen eine kurze Pause gönnen und sie kühlen. Wir essen, was der Rucksack hergibt. Natürlich fehlt was – die leckere und extra für die Tour auf dem Freiburger Markt gekaufte Salami.

Nach einer knappen Stunde geht’s weiter, Richtung Streitberg, 6 Kilometer immer schön stetig durch lichten Mischwald bergan. Oben, auf 640 Metern, angekommen haben wir bereits den ersten Weitblick über Freiamt samt Schwarzwaldrücken.

Am Gasthof Kreuz machen wir eine weitere Pause, trinken einen Milchkaffee und dazu Rhabarberkuchen. Ziemlich lecker.

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Rhabarberkuchen im Gasthaus Kreuz am Streitberg

Die Bedienung empfiehlt uns den uns bekannten Weg zum Hühnersedel, Uli folgt lieber dem Weg der blauen Raute, der sich mäandernd hinzieht. Grundsätzlich ein schöner Weg, der leider mitten an der Streitbergstrasse endet und uns zwingt, die letzen 500 Meter bis zum Pflingstseck auf der Straße entlang zu gehen.

Am Pflingsteck angekommen, machen wir eine längere Pause und ich verteile je 49 Pistazien. Sollen gut sein gegen Erschöpfung und gegen Müdigkeit, hab ich gelesen. Uli ist skeptisch, besonders weil einige der Dinger sich nur schwer öffnen lassen. Gestärkt geht’s nun den uns bekannten Weg zum Hühnersedel. Diese Strecke zieht sich zuerst durch dichten Wald, leicht bergan. Dann immer am Waldrand mit tollem Talblick nach Brettental, immer den Hühnersedel im Blick. Eine tolle Strecke, die wir zu jeder Jahreszeit schon gewandert sind.

Ich bin ziemlich erschöpft, muss eine Pause machen. Uli geht vor und wartet auf mich mit schussbereiter Kamera, am Fuß des Hühnersedelturms, der auf dem 745 Meter hohen Berg errichtet wurde.

IMG_1067_640x427Von dort oben hat man, wie wir bereits von früheren Aufenthalten wissen, einen prächtigen Rundumblick über die Rheinebene nach Straßburg und nach Colmar, den Vogesen, den Kaiserstuhl, über den nahezu gesamten Westabfall des Schwarzwalds vom Blauen, Belchen, Schauinsland und Feldberg im Süden über den Kandel, Rohrhardsberg und Fohrenbühl bis zum Brandenkopf, Mooskopf und zur Hornisgrinde im Norden sowie die angrenzenden Täler des Mittleren Schwarzwalds.

Heute schenken wir uns den Aufstieg auf den Turm und gehen stattdessen die restlichen 2,5 km bis zum Wanderheim Kreuzmoos.

Es ist bereits kurz vor 19 Uhr abends, die Sonne scheint mild vom Westen rüber und auf einem Stückchen des Kandelhöhenweges, der hier vom Höhenhäuser auf uns zuläuft, erreichen wir kurz darauf das Wanderheim. Gemütlich ist es, in schönen Naturholztönen eingerichtet mit einer großen Terrasse, die bei schönem Wetter zum Draußensitzen einlädt.

Wir hatten ein Doppelzimmer reserviert und machen uns erst frisch. Im gemütlichen Gastraum findet eine Familienfeier statt und wir suchen uns einen freien Tisch. Endlich sitzen, endlich angekommen. Hungrig und erschöpft bestellen wir. Aber nach einem Salat, und anschließendem Fleischkäse mit Spiegelei und Brägele, geht’s gleich wieder besser. Das leckere Alpirsbacher-Bier mundet doppelt gut und zum Abschluss gibt’s, damit wir auch wirklich gut schlafen, Mirabelle und Kirschgeist.

Gesamtlänge der Strecke: 22 Kilometer

Höhenmeter: ca. 500 m Aufstieg, Wallburg 226m – Hünersedel 745m – Kreuzmoos 725 m

Wegzeichen: anfangs Breisgauer Weinwanderweg (Traube auf roter Raute), dann gelbe oder blaue Raute, der Beschilderung Münchweier, dann Streitberg, dann Hünersedel folgen.

Dauer mit Pausen: 9,5 Std.

Highlights:

Sehr leckerer Rhabarberkuchen im Gasthof Kreuz am Streitberg.

Der Hünersedel und seine Aussichten vom Turm

Das Wanderheim Kreuzmoos, sehr zu empfehlen, wird seit einiger Zeit von der Ludinmühle bewirtschaftet. „S ísch viel besser gwordn als früher“ sagen die Leut. Übernachtung/Frühstück 15 € p.P. und fürn 5er gibts noch ein Lunchpaket zum Mitnehmen.

und direkt vor unserer Haustür: das Filmersbach-Tal – ein kleines Paradies – und besser als Georg Riegger, Inhaber der dort ansässigen Fischzucht kann man es nicht beschreiben, nachzulesen in „Peter Martens – Himmlische Plätze in Südbaden, S.50-51″