Roadtrip Italien – Rund um Sizilien, Teil3

Unser Roadtrip Italien geht weiter.

Sizilien ist so groß, dass wir allein diesen Teil unseres Roadtrips Italien in vier Teile aufgeteilt haben.

In Sizilien, Teil 1 sind wir von der Fähre in Messina direkt zum Ätna gefahren. Anschließend haben wir die Alcantara-Schlucht besucht, italienisch Gole Alcantara, – ein Highlight für alle Fotografen. Taormina und natürlich Syrakus mit seiner schönen Altstadt Ortigia waren die Schwerpunkte dieser Woche.

Sizilien, Teil 2 ist nicht weniger unspektakulär. Die Scala dei Turchi waren ein anderes fotografisches Highlight. Wir haben euch mitgenommen zu den Tempeln von Selinunt und euch einen wunderschönen Strand in Ericlea Minoa gezeigt, bevor es dann weiter über Marsala nach Trapani im Westen ging.

Wir bekamen schon erste sehr schöne Rückmeldungen:

„Ich bin gerade auf Sizilien und eure Artikel und Tipps sind sehr hilfreich.“

Vielen vielen Dank dafür. Bei anderen konnten wir ein bisschen Fernweh erzeugen und Sizilien in den Fokus rücken. Wenn uns das auch mit Rund um Sizilien, Teil 3  gelingt, sind wir mehr als zufrieden.

Wer sollte jetzt weiterlesen?

Für uns ist wichtig, dass wir individuell reisen können, deshalb sind wir mit einem 4x4, einem Landrover Discovery mit Dachzelt on the road. Wir sind vollkommen autark und können uns treiben lassen. Und zwischendrin fahren wir auch gerne immer mal wieder kleine, schöne Offroad-Strecken. Hier findet ihr etwas über unsere Stellplätze.

Doch wir denken, dass unsere Tipps auch für andere Individualreisende geeignet sind. Einmal für diejenigen, die keinen festen Standort haben wie eine Ferienwohnung, ein Hotel oder ein AirBnB, sondern stattdessen vor Ort buchen, z.B. eines der vielen Bed & Breakfast, die wir gesehen haben.

Zum anderen, für alle, die zelten, campen oder ein Wohnmobil fahren und auch die, die mobil mit einem Leihwagen über die Insel cruisen. Oder sich einfach nur inspirieren lassen wollen.

Was erwartet dich in Sizilien, Teil 3 – der Norden?

Erice 
Raus aus Trapani, den Berg hoch und Eintauchen in die frühere Hochburg der Mafia. Und ihr könnt dabei sein, wie Dagmar mit einem Tenor einen italienischen Evergreen singt.

San Vito Lo Capo
Eine Landschaft wie im Bilderbuch mit den schönsten Buchten und Stränden Siziliens.

Das Naturreservat Zingaro
Warum man im Zingaro Naturpark nicht nur wunderschön wandern kann, sondern auch offroad auf seine Kosten kommt.

Erice – Antike Stadt auf dem gleichnamigen Berg

Den Monte Erice habt ihr auf einem Foto in Teil 2 schon gesehen. Vom Stadtstrand in Trapani hat man einen guten Blick auf den nur 12 km entfernten Berg. Umgekehrt gibt es einen spektakulären Blick von oben über Trapani und sein Umland bis rüber zu den ägädischen Inseln.

 

Lucky Ways – Exkurs:

Die ägädischen Inseln – nicht zu verwechseln mit den ägäischen Inseln – bestehen aus den drei Hauptinseln Favignana, Levanzo und Marettimo, einige weitere kleinere Inseln dieser Gruppe lassen wir mal weg. 

Und glaubt uns, wenn ihr mal auf Instagram auf die vielen schönen Fotos von Levanzo oder Favignana achtet, dann wisst ihr, dass man schon alleine dort drei Wochen Urlaub machen könnte.

Sizilien ist einfach ein Fass ohne Boden an Schönheit und Sehenswertem.

 

Was ist an Erice so sehenswert?

Eine fast komplett erhaltene mittelalterliche Stadt verzaubert mit dem Charme vergangener Zeiten, Burgen, Gärten, alte Stadttore und viele geheimnisvolle verwinkelte Gassen. Wo sonst könnte sich ein Mafioso besser verstecken als hier? Über den inhaftierten Top-Geldwäscher der Cosa Nostra hatte ich schon kurz hier berichtet.

Die Mafia.

Eines vorweg. Es gibt sie nach wie vor.

Statistiken zufolge zahlen immer noch 80% der Restaurants in Palermo Schutzgeld. Doch wenn ihr glaubt, ihr seht irgendetwas auf Sizilien, das nach Mafia aussieht, weit gefehlt. Die Chance ist gleich Null. Und Szenen, wie ihr sie aus „der Pate“ kennt, sind lange Vergangenheit. Solltet ihr mal ein paar dunkle Typen mit Sonnenbrillen neben einem dicken Auto sehen, dann sind das in der Regel Bodyguards irgendwelcher wichtiger Leute, aber keine Mafiosi.

Dagmar war ganz entsetzt, dass ich so offen über die Mafia spreche. Mittlerweile ist es sogar erwünscht, offen mit dem Thema umzugehen. Die Offenheit nahm ihren Anfang 2004. Ein paar junge Leute wollten in Palermo ein Restaurant eröffnen, allerdings hatten sie keine Lust auch Schutzgeld zu bezahlen. So fingen sie an, sich gegen den „pizzo“ zu wehren. So nennt man in Sizilien diesen kleinen Betrag, den die Mafia für den sogenannten Schutz fordert. In ihrer Wut waren sie eine ganze Nacht aktiv und pflasterten Palermo regelrecht zu mit einem Aufkleber, dessen Inhalt die Sizilianer in ihrer Seele traf:

„Ein ganzes Volk, das Schutzgeld zahlt, ist ein Volk ohne Würde“

Das war die Geburtsstunde der Antischutzgeld-Initiative „Addiopizzo“. Die heute teilnehmenden Geschäfte erkennt man oft an einem Aufkleber. Ziel der Initiative ist es, dass die gesamte Lieferkette frei von Schutzgeldzahlungen ist.

Wenn ihr sicher gehen wollt, dass kein Cent eurer Urlaubskasse in die Taschen der Mafia fließt, könnt ihr euch hier den Addiopizzo-Stadtplan für Palermo  in deutsch und in englisch downloaden.

Wie kommt man denn nun am besten nach Erice?

Man kann von Trapani aus die Seilbahn nehmen (Stadtteil Casa Santa-Erice).

Für einen Geländewagen mit Dachzelt bieten sich da aber eher die kleinen Serpentinen an, die als weiße Straße auf der Michelin-Karte eingezeichnet sind. Allerdings ist diese kleine Straße im Zentrum Trapanis nicht ausgeschildert. Wir fahren also einfach nach Kompass bis wir sie gefunden haben.

Und wirklich: Die Mühe wird mit immer neuen grandiosen Aussichten auf die Küste, das Landesinnere und die ägädischen Inseln belohnt. Wir sind so überwältigt, dass wir an einem der Aussichtspunkte ein Picknick und natürlich ein paar schöne Fotos machen.

 Erice ist Mittelalter pur

Gegenüber dem, was wir bislang auf der Reise erlebt haben, ist oben in der Stadt richtig was los.

Man kommt zu den üblichen Parkplätzen, wo auch Reisebusse stehen, mit Parkscheinautomat, der Nachmittag kostet schon mal schlappe 6 € Parkgebühren. Und der Bus mit Japanern war natürlich auch schon da. Aber keine Angst, es verläuft sich, denn Erice ist wirklich nicht klein. Am Stadttor verkaufen dir smarte gut Englisch sprechende Jungs Tickets für eine kleine Tour, 2 Std. und eine große Tour > 4 Stunden durch die Stadt. Diese beinhalten alle Eintritte in Burgen und Museen der jeweiligen Tour und einen Stadtplan mit Informationen. Wir zahlten zu zweit 20 € für die kleine Tour.

Und an dieser Stelle müssen wir sagen, was wir dafür zu sehen bekamen, hat sich nicht gelohnt. Kurz gesagt:

Ein paar leere Räume in der Burg und unspektakuläre Ausstellungsstücke im Museum. Das ist natürlich unser subjektiver Eindruck. Wie ihr der Karte oben entnehmen könnt, gibt es schon viel zu sehen. Die Frage muss natürlich jeder für sich klären, ob man wirklich überall rein muss?

Künftig würden wir es vorziehen, einfach nur gemütlich durch die Stadt zu laufen. Da treffen wir dann z.B. einen Straßenmusiker. Ja ich würde sagen, der Tenor hat Dagmar so fasziniert, dass die beiden einen kleinen gemeinsamen Auftritt hinlegten. Aber seht selbst:

 

und habt ihr gesehen, von wegen die Alten singen sowas, nein die Gruppe war 20 bis 30 🙂

San Vito lo Capo

Eine Stunde gemütliche Fahrt und wir sind wieder am Meer. Pünktlich zum Sonnenuntergang genießen wir erstmal ein Glas Rosé und stimmen uns auf diesen traumhaften Platz ein, den wir gerade gefunden haben. In der wunderschönen Baia di Santa Margherita können wir direkt am Meer stehen. Vor uns ist die Küste etwas felsig, doch weiter rechts gibt es auch den tollen Sandstrand, der auf vielen Fotos zu sehen ist. Hier bleiben wir ein paar Tage, relaxen und arbeiten bei bestem Internet ein paar Projekte ab.

 

Die Italiener tolerieren Camper in der Bucht.

Ich würde sogar sagen, sie mögen sogar diese Art der Traveller.

Denn wir werden auch noch gut versorgt. Der erste Kleinwagen, der bei uns hält, hat eine kleine Bäckerei im Kofferraum. Herzhaftes Pane, frische Croissants, alles da. Und kaum sitzen wir beim Frühstück, kommt der Fischhändler vorbei und präsentiert fangfrische Garnelen und allerbesten Schwertfisch.

Wir haben sofort das Bild des heutigen Abends vor Augen. Lecker gegrillten Schwertfisch, einen gekühlten Weißwein aus der Region und einen Sunset wie aus dem Bilderbuch. Das ist dolce Vita auf Sizilien. Und es überkommt uns so ein zufriedenes Gefühl, überhaupt nicht mehr weg zu wollen.

Der Zingaro-Naturpark – ein großartiges Wandergebiet

Nicht nur das tiefblaue Wasser der Bucht, nein auch die Landschaft drumherum fasziniert und ist irgendwie ganz untypisch für Italien. Das Gebiet um San Vito lo Capo nennt sich das Riserva naturale orientata dello Zingaro. Die rauen Dolomitenkalkfelsen, die das Reservat bilden, verlaufen von der Halbinsel Capo San Vito in Richtung Golfo di Castellammare. 

 

Lucky Ways – Tipp:

Es gibt zwei Eingänge zum Naturpark:

 

Vom Norden her erreicht man den Naturpark, indem man von San Vito lo Capo der Beschilderung  „Villaggio Calampiso – Riserva Zingaro“ folgt.

 

Der südliche Eingang liegt nördlich von Scopello bei der Cala di Mazzo di Sciacca. Es gibt einen Parkplatz hinter der Tonnara di Scopello, der alten Thunfischfabrik.

 

Der Eintritt kostet 2 € pro Person.

 

Nachdem du pro Person 2 € Eintritt bezahlt hast, kannst du in einfacher Richtung etwa 7 km wandern. Dich erwarten anspruchsvolle Höhenwege über teilweise felsigen Untergrund oder alternativ ein moderaterer mittlerer oder unterer Weg. Am Weg liegen grandiose Buchten mit türkisblauem Wasser und weißem Sandstrand. Viele sagen, das seien die schönsten Strände Siziliens. Es lohnt sich also, die Schnorchelausrüstung dabei zu haben.

Allein die Aussicht ist den Eintritt wert. Der Zeitbedarf für die Wanderung liegt bei 4-5 Stunden. Die Temperatur beträgt bis zu 30 Grad manchmal schon Ende Mai.

Gute Wanderschuhe, ausreichend Trinkwasser, Sonnenschutz – auch in Form einer Kopfbedeckung –

und ein gutes Weitwinkelobjektiv  – sind ein Must.

Weitere Informationen

Offroad im Zingaro Naturpark

Geht das?

Ja das geht.

Wir wollten mal wieder so eine kleine weiße Straße auf der Michelinkarte fahren, die uns über die Halbinsel nach Scopello bringen sollte. Es dauerte, bis wir die überhaupt gefunden hatten.

Und dann hieß es, Durchfahrt verboten. Wegen Steinschlags.

Abenteuer heißt ja immer, ein bisschen Risiko muss sein. Also fahren wir trotzdem rein. Es ist zunächst eine normale geteerte Straße und ja, es gab hier und da ein wenig Steinschlag. Wer schon mal in Albanien war, der grinst sich jetzt einen, denn die Albaner hätten deswegen nie eine Straße gesperrt.

Dann kam das nächste Schild: Sackgasse.
Gemeint war allerdings, Straße endet, die Offroadpiste beginnt.

Ab jetzt hatten wir unseren Spaß. Wir waren allein, hatten grandiose Aussichten und schönste Natur. Einige km weiter kamen wir dann zurück in die Zivilisation. Auf dem Weg lag auch noch eine Quelle mit bestem Trinkwasser, sodass wir obendrein noch unsere Wasservorräte erneuern konnten.

 

Wir orientierten uns wieder in Richtung Küstenstraße. So oft auf diesem Roadtrip dachten wir:

„Wow, das kann jetzt so schnell nichts mehr toppen“

Kaum ausgesprochen, war dieser Gedanke schon wieder Geschichte.

Unser Platz den wir für unsere Siesta am Mittag fanden, ist so ein Beispiel. Wir schwärmten noch von dieser schönen Offroadstrecke mit grandioser Natur und diesen fantastischen Aussichten bei strahlend blauem Himmel, da führte uns ein leichtes Hungergefühl direkt zu dieser traumhaften Bucht zwischen Scopello und Castellammare di Golfo. Schon auf Instagram löste dieses Foto viel Zustimmung aus:

Ein perfekter Tag.

Cefalú, Palermo und Messina

Eigentlich sollte es nur drei Teile des Roadtrip Italien zu Sizilien geben. Doch wir haben so viel zu erzählen, dass es nun noch einen vierten Teil geben wird.

Freut euch im nächsten Artikel

Roadtrip Italien – Einmal rund um Sizilien, Teil 4

auf Cefalú, Palermo und Messina bevor wir dann die Insel verlassen

 

Warst du auch schon einmal im Westen Siziliens unterwegs?

Was waren deine Erfahrungen und Erlebnisse?

Seid so nett und schreibt es unten in die Kommentare.

Vorheriger Artikel: Roadtrip italien – Einmal rund um Sizilien, Teil 2

Lebe dein Abenteuer nach deinem Geschmack!

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