Wild campen in Italien?

Immer wieder werden wir gefragt, kann man denn überhaupt so reisen, wie ihr das macht?

Ist wild campen nicht grundsätzlich verboten?

Roberta, eine befreundete Bloggerin vom Reiseblog campofant sagte neulich,    Italien hätten sie bisher außen vor gelassen, wegen der wenigen Möglichkeiten, dort frei stehen zu können. Also was tun, wenn man so wie wir mit Landrover Discovery und Dachzelt möglichst abseits der Campingplätze in der Natur stehen will – also wild campen?

Zunächst sollte man über die Rechtslage des jeweiligen Landes informiert sein, das man bereist.

Frage 1: Ist wild campen in Italien erlaubt?

Klare Antwort: nein

In Italien ist das Wildcampen nicht erlaubt. Nicht im Wald, nicht auf freien Flächen, schon gar nicht am Strand. Nicht erlaubt heißt übersetzt verboten. Und was verboten ist, kostet meistens Geld. Wer beim Übernachten im Zelt, Auto, Wohnmobil, also auch im Dachzelt, erwischt wird, begeht eine Ordnungswidrigkeit und die wird mit einem Bußgeld bestraft. 

Venedig ist immer eine Reise wert. Wild campen oder feiner ausgerückt frei stehen ist im Umfeld unmöglich. Das Agricampeggio Al Bateo in Punta Sabbioni bietet uns für drei Tage einen wunderbaren und kostengünstigen Stellplatz. Zum Bootsanleger sind es 10 Minuten zu Fuß und Venedig per Taxiboot ist sowieso das Beste. Der Hofladen bietet Paninni, Gemüse, Eier und Wein.

Frage 2: Wird ein Bußgeld gegen Wildcamper in Italien durchgesetzt?

Diese Frage ist berechtigt, denn es gibt Länder, in denen wild campen verboten ist, z.B. Polen, in denen aber in den letzten 20 Jahren nicht ein Bußgeld verhängt wurde. Also in denen, mit anderen Worten, das freie Stehen oder das Wildcampen toleriert wird. Zu diesem feinen Unterschied komme ich später noch.

Für Italien gilt grundsätzlich: Zuständig sind die Kommunen. Und damit weiß jeder Italienkenner, dass schon allein das eine gewisse Auslegungsbandbreite vermuten lässt. Vor allem in Küstennähe und in touristisch erschlossenen Gebieten wird das Verbot strikt durchgesetzt. Und die Kommune sorgt für Arbeitsplätze. Ganze 4 Behörden, die Polizia Municipale, die Carabinieri, die Polizia Stradale, die Corpo Forestale, alle können dich zur Kasse bitten.

Für wildes Campen drohen Bußgelder von 100€ – 500€, je nachdem, ob du motorisiert oder mit dem Zelt, also auch mit Geländewagen und Dachzelt unterwegs bist. In der Regel werden 300 – 350€ kassiert.

Santa Croce Camerina. Zwischen Syrakus und Agrigent. Hinter der Düne kommt der Strand. Ein Privatstrand der Azienda Capo Scalambri. Gegen geringe Gebühr können wir hier stehen und auch den Strand benutzen. Außer uns keiner da.

Abseits touristischer Ballungszentren ist wild campen immer noch verboten, aber einfacher. Vieles wird weniger streng gesehen. In ländlichen Gebieten sind die Menschen oft toleranter. Wenn du Glück hast, kommst du hier ohne Bußgeld davon – den Platz räumen musst du aber in jedem Fall.

In der Praxis gibt es unterschiedliche Erfahrungen mit Wildcamping. Neben denen, die schon mal abkassiert wurden, findest du auch solche Kommentare in Foren:

Thema: Italien: Wildes Zelten – Wild campen möglich & erlaubt?
„Ich war 4 Wochen mit zwei weiteren Personen in Italien. Dort haben wir jede(!!) Nacht wild gezeltet. Stress gab es nirgends. Man muss nur seinen Müll mitnehmen und sich vernünftig verhalten. Aber das sollte eh klar sein.“

Oder:

„Wir haben eine Nacht aus Versehen in einem Stadtpark gezeltet. Dort hat uns die Polizei besucht, Ausweise kontrolliert und uns eine gute Nacht gewünscht, nachdem klar war, dass wir keine Drogendealer etc. sind und am Morgen wieder verschwinden.“ 

Die Chance, dass du irgendwo im Olivenhain stehst, ist in Italien recht groß. Und in der Nebensaison findest du oft einen einsamen Platz. Im Zweifel fragst du den Besitzer. Hier ist das wilde Campen halb so wild.

Damit kommen wir zu

Frage 3: Welches Risiko bist du bereit einzugehen?

Wenn du bis hierher gelesen hast, bist du vielleicht frustriert und anhand der drohenden Strafen vollkommen eingeschüchtert. Wild Camping in Italien ist schließlich eine verlockende Vorstellung. Nachts mit dem Auto oder Wohnmobil an den Strand fahren und einfach übernachten, ist der Traum vieler Menschen. Und außerdem hat wild campen so einen Nimbus von Abenteuer und Freiheit. Was also tun?

An dieser Stelle passt vielleicht ganz gut, noch auf den feinen Unterschied zum Biwakieren einzugehen.

Was ist ein Biwak? Was ist Wildcampen?

Im Freien gilt: Biwakieren bedeutet die einmalige Übernachtung mit Schlafsack, Isomatte und Biwaksack, aber ohne Zelt. Man nennt das auch ein Not-Biwak. Geplante Biwaks, bei denen Bergsteiger oder Reisende bewusst auf das Zelt verzichten, sind in der Regel geduldet, außer es handelt sich um ein Naturschutzgebiet, wo selbst das Biwakieren nicht erlaubt ist.

Jetzt kommen die Autofahrer daher und sagen, wenn ich irgendwo eine Nacht stehe und nichts rausstelle, keinen Campingtisch, -stuhl oder sonstiges Equipment, also noch nicht mal einen Tritt vor mein Wohnmobil, dann ist das ebenso eine Notsituation zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit und fällt unter erlaubtes Biwakieren, ist aber keinesfalls Campen, schon gar nicht wildes Campen. Leider sehen das die Behörden oft anders und stufen das Übernachten in Zelten, Autos oder Wohnmobilen abseits von Zeltplätzen oder ähnlichem generell als Wildcampen ein. Diskussionen sind vorprogrammiert. Im Zweifel musst du den Platz räumen oder sogar zahlen. 

Ein Agriturismo bietet oft sehr viel. Hier in Castiglione di Sicilia stehen wir beim Weingut Etna Wine. Hinter den Ziegeln verbirgt sich ein Pool, den wir benutzen dürfen und an dem wir zwei Tage sitzen und arbeiten. Es gibt ein Restaurant, das allerdings nur am Wochenende öffnet und wir können nicht nur den Blick auf den Vulkan Ätna genießen, sondern auch Wein und Olivenöl einkaufen.

Wie machen wir es?

Wie immer gilt es, ein paar Verhaltensgrundsätze zu beachten und natürlich das Sprichwort „Wo kein Kläger, da kein Richter“.

Grundsätzlich sind wir immer bereit, das Risiko erwischt zu werden, einzugehen, sonst könnten wir uns ja gleich bei den Campern mit den weißen Wohnmobilen einreihen.

Wir glauben, wenn wir uns in der Welt ordentlich benehmen und einen Platz so verlassen, als wären wir überhaupt nicht da gewesen, dann sollte uns die Welt auch offenstehen.

Wir beurteilen unser Risiko, indem wir es ins Verhältnis zu den Preisen italienischer Campingplätze setzen. Ein Campingplatz am Lago Maggiore kostete im Juni pro Nacht roundabout 40 € für 2 Personen, ohne Kinder und ohne Hund. Mal angenommen, wir würden jedes zehnte Mal erwischt, wäre das wilde Campen immer noch eine Nullnummer.

Wir sind allerdings noch niemals erwischt worden und haben noch niemals ein Bußgeld bezahlt!

Das Reisen mit Landrover Discovery und Dachzelt ist auch ganz bewusst dem Umstand geschuldet, in der Natur stehen zu wollen und möglichst wenig auf Campingplätzen. Der Geländewagen bringt uns an Orte, die andere gar nicht anfahren wollen oder können. Das Risiko, dass hier ein Ordnungshüter vorbeikommt, geht gegen Null.

Ist der Platz, an dem wir stehen möchten, vielleicht doch etwas exponiert, kommen Leute vorbei oder parken andere in der Nähe? Dann profitieren wir von der Wahl unseres Dachzeltes. Kaufkriterien waren unter anderem ein Dachzelt in der Hartschale. Das sieht aus wie eine große Dachbox und ist auf den ersten Blick gar nicht als Dachzelt zu erkennen. Ist es noch hell, sitzen wir neben dem Auto und genießen den Abend. Das Zelt bleibt zu. Mit Einbruch der Dunkelheit sind wir dann allein. Jetzt kommt das zweite wichtige Kaufkriterium zum Tragen. Das Dachzelt ist innerhalb von 5-10 Minuten einsatzbereit und im Zweifel genauso fix wieder eingepackt. Das heißt, morgens früh sieht es ganz schnell so aus, als hätte hier nie jemand übernachtet.

So ein Stellplatz ist natürlich ein Traum. Die Baia Santa Margherita bei San Vito Lo Capo auf Sizilien hat weiter vorne auch einen super Sandstrand. Die Italiener tolerieren es, wenn du hier stehst. Vormittags kommen sie mit kleinen Flitzern vorbei und verkaufen dir aus dem Kofferraum Croissants oder frischen Schwertfisch. Mit Solarmodul und genügend Wasser ausgestattet, sind wir hier für mehrere Tage autark.

Und nun zur letzten Frage:

Welche Alternativen gibt es, besonders in Ländern wie Italien?

Wir haben immer Augenmerk darauf gelegt, schön zu stehen. Ein schöner Blick auf Berge, am Meer oder ein Platz an einem schönen See ist uns viel wert. Was kann man tun, um solche Plätze zu finden, ohne viele Nachbarn zu haben?

Oft ist es dann nicht mehr möglich, frei zu stehen und einen Campingplatz wollten wir, wenn möglich, vermeiden.

Erste Möglichkeit:

Bei Privatgrundstücken bietet sich an, die Eigentümer zu fragen, ob diese etwas dagegen haben, wenn man eine Nacht auf deren Grundstück nächtigt. Die Italiener sind ein sehr aufgeschlossenes Volk und freundlich und redselig. Mit einer Flasche Wein lässt sich auch viel erreichen. Und ganz ehrlich, wildes Campen auf meinem Grundstück, ohne, dass ich gefragt werde, würde ich auch nicht mögen. Also besser miteinander reden. Mehr als nein können sie ja nicht sagen. 

Wenn du in Italien abseits einen Stellplatz suchst, verschlägt es dich vielleicht nach Bagno di Romagna. Oberhalb des Ortes gibt es die Fattoria Ca‘ di Gianni. Das Lokal öffnet nur am Wochenende. Wochentags war es für die Inhaber kein Problem, dass wir mit dieser schönen Aussicht eine Nacht verbrachten. Wir bekamen sogar noch eine Flasche vino della casa.

Zweite Möglichkeit:

Wir suchen gezielt Ristorante, die dir einen Stellplatz anbieten, meist ohne Gebühr, wenn du dafür bei ihnen zu Abend isst. Oder eine Tenuta oder Fattoria, Osteria oder wie sie auch immer sich nennen. Leute, das fällt uns nun in Italien wirklich nicht schwer. Una pizza italiana und vino rosso della casa, was willst du mehr? Und anschließend ab ins Zelt. 

Wo kann man in der Toscana kostenfrei stehen? Zum Beispiel bei der Tenuta la Crocina in der Nähe von Montalcino. Das Ensemble besteht aus einem Weingut, das Brunello und Grappa verkauft, Ferienwohnungen, einem Bauernhof und der Osteria, wo sie dich natürlich gerne zum Essen erwarten. Dem folgen wir gerne und erleben ausgezeichnete, bodenständige, frische Küche, bei der vieles aus dem eigenen Garten kommt. Dazu einen Brunello versteht sich.

Dritte Möglichkeit:

Das Zauberwort heißt Agriturismo. Das sind meist idyllisch gelegene Höfe, Land- oder Weingüter, die wenige Stellplätze für Camper zur Verfügung stellen. Und ihr glaubt nicht, wie schön die teilweise sind und wie allein du trotzdem bist, wenn du in der Nebensaison reist. Der Mai war hierfür ein toller Reisemonat für Italien, insbesondere Süditalien und Sizilien. Und so manches Agriturismo hatte so richtig was zu bieten, Meerzugang, Pool, manchmal ein kleines Ristorante, wo noch die nonna kocht oder wo Wein oder landestypische Produkte produziert werden oder zu kaufen sind. Zwei davon waren so schön, die werden wir noch gesondert porträtieren. Und: mehr als 15 € pro Nacht haben wir nirgends bezahlt. Dafür bekommst du Strom und oft sauberere Toiletten und Duschen als auf dem Campingplatz.

Fabio betreibt den Agriturismo Salinola bei Ostuni in Apulien und produziert Olivenöl, sein Schwager wohlschmeckenden ehrlichen apulischen Wein, rot, weiß, rose. Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Einkauf nicht schon vor Ort zu sehr dezimieren. Wir stehen mal wieder alleine auf einem kleinen angeschlossenen Platz für ein paar Wohnmobile. Neben einem Paar, das eine der Ferienwohnungen bewohnt, gehört dieser herrliche Pool uns ganz allein. Und im Schatten lässt es sich dazu noch wunderbar arbeiten.

Ein Agriturismo in der Toscana bei Collalto, Nähe Colle Val d’Elsa und San Gimignano, ist die Azienda Agraria Casale, betrieben von einem Italiener und einer Französin. Hier werden Bioweine produziert und auch direkt verkauft. Du stehst geschützt unter Bäumen und kannst morgens im Weinberg frühstücken, das Ganze für 5 € pro Person und Nacht.

Und noch einmal Olivenhain. Diesmal in Kampanien. Willst du wissen, wie excellenter Mozzarella di Bufala produziert wird, dann übernachte hier: Capaccio Paestum Agriturismo La Fattoria del Casaro. Nach Voranmeldung kannst du eine Führung bekommen. Das Restaurant ist bekannt für gute Küche – leider auch nur am Wochenende, aber der Hofladen mit guter Auswahl ist täglich geöffnet.

In Marausa bei Trapani auf Sizilien fanden wir durch Zufall beim Vorbeifahren die Villa Maria, einen schönen schattigen Stellplatz sozusagen im Garten der Villa. Die Temperaturen waren inzwischen deutlich angestiegen und so waren wir für diesen idyllischen Fleck sehr dankbar.

Letzte Möglichkeit:

Campingplatz. Auf einem Campingplatz standen wir gewollt oder ungewollt. Gewollt dann, wenn der Platz richtig schön und angenehm war und wir ihn wie gesagt wirklich wollten. Zum Beispiel, wenn wir waschen wollten oder mal mit Stromversorgung in Ruhe arbeiten. Oder wenn der Platz eine wirklich tolle Lage hatte, wie in Eraclea Minoa, wo wir direkt am Strand im Pinienwäldchen standen.

Auf Campingplätzen standen wir auch gezwungenermaßen, zum Beispiel auf Stadtcampingplätzen zur Besichtigung von Pompeji oder Palermo. Oder wenn es aufgrund der touristischen Lage keine Alternative gab, wie im Umkreis von Cefalù auf Sizilien. Der Stadtcampingplatz von Palermo ist gelinde gesagt nur etwas für Wohnmobile, die ihre onboard sanitairs nutzen. Die einzige Dusche und Toilette können wir niemandem empfehlen. Die Alternative ist, die Nacht außerhalb zu verbringen und eine Stunde reinzufahren. Hier stößt der 4x4 mit Rooftent eindeutig an seine Grenzen. So etwas würden wir künftig per Flug, Citytrip und AirBnB machen. 

Besser chillen und arbeiten im Wechsel geht nicht. Camping Eraclea Minoa Village, ein Traumplatz und wir in der ersten Reihe. Hier in Cattolica Eraclea  auf Sizilien zwischen Agrigento und Selinunte, also quasi von Tempeln umgeben, waren wir gewollt auf einem Campingplatz und das sogar ein paar Tage.

Heute Meer, morgen Pool oder beides hintereinander? Im touristischen Umfeld, zum Beispiel, wenn du auf Sizilien das schöne Städtchen Cefalù besichtigen willst, ist frei stehen so gut wie nicht möglich. Es sei denn, du fährst ins Hinterland. Also Campingplatz. Camping Costapotente, ca. 3 km vom Ort entfernt steht unter deutscher Leitung und ist in der Nebensaison sehr angenehm. Bis am Wochenende die italienischen Familien kommen. Dann brauchst du Ohrenstöpsel 🙂 und Sonnenbrille oder machst es wie wir – weiterreisen.

Was hier zunächst ein bisschen spießig aussieht, ist uns sogar einen gesonderten Bericht wert. Camping Kursaal am Lago Trasimeno in Umbrien Das ist ein schöner Platz mit einem uralten Baumbestand und bis ins letzte Detail mit absolut liebevoller Hand geführt. Auch hier hast du die Wahl zwischen See und Pool, kannst im Schatten in dein Notebook tippen oder gepflegt im Kindle lesen, um dich dann abends im Restaurant mit einem kleinen Menü verwöhnen zu lassen. In Kombination mit einem Besuch von Perugia ein echtes Highlight.

Zum Abgewöhnen. Besichtigungen größerer Städte müssen wir künftig anders lösen. Der City-Campingplatz Idea Vacanze von Palermo auf Sizilien ist zumindest für Geländewagen mit Dachzelt eher ungeeignet. Irgendwie passten wir hier nicht rein. Die Wahl viel auf diesen Platz, weil er nur 3 km vom Zentrum Palermos entfernt war.

Dieser Platz war dagegen ganz in Ordnung. Parking Lagani in Giardini Naxos, sozusagen dem Vorort von Taormina auf Sizilien. Aber auch nur, weil Nebensaison war und außer uns nicht viele da waren. Schaut euch die Parzellen an. Das gibt eine Vorahnung auf die Hauptsaison. Im Mai hatten wir Glück und konnten uns ausbreiten. Nicht gewöhnlich war auch, dass jede Parzelle eigene (kalte) Dusche und Waschbecken hat. Und mit dem Bus drei km bis ins Zentrum von Taormina war sehr bequem.

Allerletzte Möglichkeit:

Hotelzimmer. Auch das kommt vor. Z.B. suchten wir in der Nähe des Gardasees nach einem Restaurant, bei dem man stehen konnte. Etwas abseits, und mit 14% Steigung, auf einer Bergkuppe gelegen. Es regnete Bindfäden. Und es wurde bald dunkel. Endlich dort angekommen, mussten wir feststellen: Im Restaurant feierte man eine Hochzeit, geschlossene Gesellschaft. Der Stellplatz, eine Wiese vor dem Restaurant, inzwischen ein See. Also Berg wieder runter. Im Dunkeln lernten wir dann das gemütliche Bergdorf Roncone kennen. Wir fanden noch einen Platz unter den Einheimischen in der übervollen Pizzeria, trockneten uns bei Pizza und vino rosso und machten dann eines bestimmt nicht mehr: einen Stellplatz suchen. So verbrachten wir die Nacht in einem netten Zimmer eine Etage höher. Auch das ist Abenteuer.

Besonders abenteuerlich wird es auch, wenn du einfach zu spät an deinen Stellplatz denkst. Dann kannst du Glück oder Pech haben. Wenn du Pech hast, findest du nichts Gescheites oder darfst nirgendwo stehen. Auch dann sind wir ganz pragmatisch. Ein Zimmer als Backup geht in Ländern wie Italien immer. Und auf diese Weise haben wir in Crotone in Kalabrien mal ein nettes Landhaus kennen gelernt.

Fazit unseres Roadtrips „Wild campen in Italien“

  • Wild campen in Italien ist nicht einfach. Wenn du dir des Risikos bewusst bist, suchst du dir den Platz entsprechend aus und verhältst dich auch entsprechend. Dann hast du in der Regel keine Probleme.
  • Wir bitten um Verständnis, dass wir einige schöne Plätze für das Wildcamping hier nicht nennen wollen. Denn sonst steht bald jeder da, und wer will das schon. Dennoch, einige Tipps für das freie Stehen sind dabei.
  • Die Preise, die wir zahlten, bewegten sich zwischen kostenlos und 16 € pro Nacht incl. Strom für 2 Personen plus Auto. Die Preise für 1 Doppelzimmer mit Frühstück lagen bei ca. 60 €.
  • Agriturismo sind eine gute Alternative zum Campingplatz und wenn du in der Nebensaison Glück hast, stehst du allein oder fast allein – es sind nur wenige Camper oder Wohnmobile unterwegs und zu bieten haben sie allemal etwas.
  • Und ganz oft hilft auch einfach, mit dem Eigentümer des Grundstücks oder dem Besitzer des Ristorante, der Tenuta oder Fattoria ins Gespräch zu kommen. Schon das ist manchmal recht abenteuerlich.
  • Manchmal kommt man um den Campingplatz nicht herum. Unsere Erfahrung: Wir gehen nie auf 4 oder 5 Sterne Plätze, auch nicht auf die vom ADAC empfohlenen Campingplätze. Bei der 3 Sterne Kategorie findest du oft sehr angenehme Stellplätze, bei denen die Sanitäranlagen immer noch in Ordnung und sauber sind, der Wohlfühlcharakter aber deutlich besser. Bei City-Campingplätzen hast du keine große Wahl, entweder akzeptieren oder das Sightseeing anders organisieren.
  • Ein Tipp, im Süden wird es früher dunkel, fang rechtzeitig an, dich um deinen Stellplatz für den Abend zu kümmern, dann bleibt es dir erspart, dass du einen Campingplatz oder ein Hotelzimmer nehmen musst, weil du nichts anderes gefunden hast und wahrscheinlich im Dunkeln auch nicht mehr findest.

Hast du allerdings deinen Traumstellplatz für den Abend gefunden, vielleicht am Meer, in den Bergen, am See oder mit toller Aussicht – und davon hatten wir einige – dann bekommst du dieses Gefühl der Zufriedenheit und Freiheit, dass uns keiner mehr nehmen kann.

 

Was sind eure Erfahrungen mit Wildcamping in Italien?

Ist wild campen für euch ein Thema?

Habt ihr positive oder negative Erfahrungen gemacht?

Habt ihr vielleicht auch ein paar gute Tipps auf Lager?

Wir sind gespannt. Das interessiert uns natürlich brennend.

Seid so nett und schreibt es unten in die Kommentare.

 

Im nächsten Artikel: Einmal rund um Sizilien, Teil 2

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