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„Wasser rauscht, Gischt stäubt durch eine nass glänzende Klamm, zieht an grünen bemoosten Felswänden lange, in der Sonne glitzernde Fäden und springt munter von Stufe zu Stufe talwärts.“ So beginnt der offizielle Prospekt zum Schluchtensteig. Wir sagen: Ein absolutes Highlight für alle, die Wildromantik mögen und mal richtig abschalten wollen. Die Wutachschlucht ist Deutschlands größter Canyon und für sich schon sehr spektakulär. Doch waren wir überrascht, was der Schluchtensteig sonst noch zu bieten hatte, die Wutachflühen, die Schleifenbachfälle, die Haslach- und die Wehraschlucht, der Bildstein mit grandioser Sicht auf den Schluchsee, der Panoramaweg mit Feldbergsicht auf der einen und Alpensicht auf der anderen Seite, alles Wandererlebnisse vom Feinsten. Wer die Kondition aufbringt, die 120 km in 6 Tagen am Stück zu wandern, potenziert sein Naturerlebnis noch mal um einiges.

 

Wutachflühen

1. Etappe: In den Wutachflühen

Die empfohlene Route verläuft in 6 Etappen von ca. 20 km pro Tag quer durch den Naturpark Südschwarzwald. Diese Planung folgt dem Ziel des Schwarzwaldtourismus, dem Wanderer die Möglichkeit zu bieten, die Etappen auch einzeln zu wandern, sowie jeweils abends eine Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit zu erreichen. Idealerweise ist man am ersten Abend in Blumberg, am 2. Abend in der Schattenmühle direkt in der Wutachschlucht, um am dritten Tag bis nach Oberfischbach zu laufen.

 

 

Wutachschlucht

2. Etappe: In der Wutachschlucht

Von dort geht es dann weiter nach St. Blasien mit seinem wunderschönen und berühmten Dom. Die 5. Etappe hatTodtmoos zum Ziel und in Wehr kurz vor Basel wird die Tour am 6. Abend enden.

So beschlossen wir, den Schluchtensteig mit Trekkingrucksäcken zu laufen und unser Zelt mitzunehmen. Wir hielten uns auch an die empfohlenen 6 Etappen. Im Nachhinein würden wir die Tour allerdings in 7 Etappen laufen, unterwegs gab es immer wieder hervorragende Möglichkeiten, für eine Nacht ein Zelt aufzuschlagen.

 

haslachschlucht

3.Etappe: In der Haslachschlucht

Etwa 16-18 km am Tag mit schwerem Gepäck sind genug und würden vor allem mehr Zeit zum Verweilen an schönen Ort bieten bzw. für lohnenswerte kurze Abstecher, die wir uns aus Zeitgründen schenken mussten, z.B. in die Lotenbachklamm, zur Ruine Blumegg, zur Museumsmühle Weiler …. oder einfach zum schwimmen oder abhängen.Unser Ziel war, möglichst autark zu sein, wir wollten uns soweit wie möglich aus dem Alltagsleben ausklinken.

 

 

 

bildstein schluchsee

4. Etappe: Blick vom Bildstein auf den Schluchsee

Der Schluchtensteig bietet entsprechend seinem Namen Schluchten, Klammen, Wasserfälle, Hochmoore und Seen, meistens kombiniert mit Urwald oder Bannwald, aber man täusche sich nicht, es gibt genauso viel Gipfel, Felskanzeln, Hochflächen, Wiesen, Weidefelder, Heidelandschaften, lichte Laubwälder und dunklen Tannenforst. Auf den Höhen – man läuft teils auf über 1000 m – wird man entsprechend mit tollen Aussichten belohnt, teilweise gibt es Alpenblick. Mit anderen Worten, es geht munter bergauf und bergab.

 

 

panoramaweg ibach feldbergblick

5.Etappe: Panoramaweg oberhalb Ibach

Unsere Rucksäcke hatten 17 und 19 kg, damit liefen wir im Durchschnitt mit Pausen, Fotografieren etc. 2-3 km/h, sodass wir jeden Tag von ca. 8.30 bis 18.30 Uhr unterwegs waren. Teilweise sind die Wege vor allem in den Schluchten, aber auch im Bannwald mit höchster Konzentration zu gehen. Gute knöchelhohe Wanderstiefel sind absolute Pflicht, je trittsicherer und rutschsicherer, umso besser. Die Wege verlaufen manchmal ungesichert an steilen Abhängen und da kann ein Fehltritt schnell gefährlich werden, besonders wenn es nass ist.

 

 

wehraschlucht

6. Etappe: In der Wehraschlucht

So war es bei uns. Die zwei Tage vor Beginn der Wanderung gab es heftige Unwetter über dem Schwarzwald, sodass viele Wege nass, rutschig und auch schlammig waren. Unsere guten Leki-Walkingstöcke gaben uns da sehr viel Sicherheit. Die letzte Augustwoche war mit Temperaturen von 20 bis 25 Grad moderat, dennoch hatten wir jeder einen Wasserverbrauch von 3-4 Litern pro Tag, bedingt natürlich auch durch die schweren Rucksäcke. Zwei Literflaschen hatten wir jeweils dabei, das hieß dennoch bei jeder Gelegenheit Wasser nachfüllen (auch wenn das wieder zusätzliches Gewicht war J). Streckenweise gibt es über längere Abschnitte keine Einkehrmöglichkeiten, besonders am letzten Tag, deshalb gilt es, gut vorzuplanen und genügend Proviant mitzunehmen. Für uns hieß das, dass wir eine Grundausstattung an Müsliriegeln, Trockenobst, Nüssen, Brot, Salami, Hartkäse und Tütensuppen dabei hatten, um ggf. unabhängig zu sein.

 

Deshalb unser Tipp: Wer die 6 Tage am Stück läuft, sollte sich gut vorbereiten. Auch diejenigen, die von Hotel zu Hotel oder Gasthof liefen, hatten, wenn sie nicht gerade Gepäcktransfer gebucht hatten, 40-l–Rucksäcke dabei.