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Wer uns kennt, weiß dass wir, außer Wandern noch eine andere Leidenschaft haben: gutes Essen und guten Wein. Beides kann man in der Steiermark genießen und, wenn man zuhause das eine oder andere dann nachkochen möchte, braucht man natürlich die entsprechenden Zutaten.

Und so schwören wir auf das Kernöl aus der Steiermark. Aber nicht irgendeines, sondern das aus der Ölmühle Leopold in Deutschlandsberg.

Alleine die Anreise ist schon ein Genuss, fährt man doch kurz nach Graz von der Autobahn ab Richtung Stainz und somit auf der Schilcherweinstraße direkt durch das Schilcherland. Die Spuren des Schilchers können von Ligist über Stainz und Deutschlandsberg nach Eibiswald verfolgt werden.

Die Schilchertraube ist eine steirische Weinspezialität, die fast ausschließlich in der Weststeiermark angebaut wird. Die Bezeichnung Schilcher leitet sich von „schillern“ ab, was sich durch die Farbe des Weines erklärt. Obwohl es sich beim Schilcher um einen Rosé handelt, ist der Wein nicht immer rosafarben. Seine Farbe reicht von dunklem rubinrot bis hin zu einem ganz leichten hellrot. Er ist ein herber, säurebetonter Wein, der gut gekühlt serviert werden sollte.

Die Strecke führt uns vorbei an lieblichen Weinbergshügel, die sich mit tiefgrünen Maisfeldern abwechseln, darüber wölbt sich ein flirrendblauer Sommerhimmel.

Hier mit unserem Roadster langsam hindurchzumäandern, im Kofferraum einen Picknickkorb mit deftigem Bauernbrot, das überall in den Bauernläden angeboten wird, und einem Stück Bergkäse – es fehlt nur noch der Wein. Den bekommt man praktischerweise gleich bei den Winzern entlang der Route, auf den Punkt temperiert. Ein schattiges Plätzchen ist schnell gefunden und… lazy afternoon.

Aber nicht abschweifen, denn der eigentliche Grund, nach Deutschlandsberg zu fahren, ist für uns die Ölmühle Leopold. Hier stellt Josef (Sepp) Leopold mit seinen Mitarbeitern ein Kürbiskernöl her, das seinesgleichen sucht. So wundert es nicht, dass Gault Millau es nach 2006 zum zweiten Mal 2011 als bestes Kernöl der Steiermark prämierte.

In einem großen Tank werden die gemahlenen Kürbiskerne langsam bei 80 Grad geröstet, bevor sie dann in die Presse kommen, die mit ungeheurem Druck aus der warmen Masse das samtene Öl herauspresst.

Im schmucken Hofladen werden das Öl und allerlei weitere Köstlichkeiten zum Kauf angeboten. Hier müssen wir uns wirklich ein Budget setzen, sonst würden wir hemmungslos zuschlagen. Nicht nur die verschiedenen Öle, sondern auch die ausgezeichneten Essige der Firma Gölles, die perfekt mit dem Öl harmonieren, liegen bald im Einkaufswagen. Käferlbohnen, die als warmer Käferlbohnensalat mit einem Dressing aus Kernöl und weißem Balsamessig ein Genuss sind, gesellen sich hinzu. Und dann, Uli stöhnt bereits vor Wonne, die edlen Brände und hier vor allem ein Zigarrenbrand mit eingelegter Dörrbirne. Ich greife zu gerösteten, leicht gesalzenen Kürbiskernen, die Müsli oder Salat den letzten Pfiff geben. Und vielleicht noch eine oder zwei Flaschen Schilchersekt, um zuhause auf der Terrasse das Urlaubsgefühl etwas zu verlängern?

Unser kleiner Kofferraum wird sehr gefordert, alle Kartons aufnehmen zu können. Wie praktisch, dass man direkt auf der Homepage auch bestellen könnte, wenn man wollte. Wenn… aber siehe weiter oben.